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Wolf Spitzer: Büste Girolamo Savonarola © Books on Demand

Girolamo Savonarola

Nikolaus Meyer schreibt über einen Fundamentalkritiker an Kirche und Gesellschaft zur Zeit der Renaissance in Italien

Wer dieses Buch beginnt zu lesen, lässt umgehend alles andere liegen und stehen und verschlingt pausenlos die 60 Seiten. Bereits ab den ersten Zeilen geht‘s los: eine Mischung aus sprachlicher Glanzleistung, fundierter Forschung, spannender Erzählung - leicht lesbar. Meyers Buch eignet sich als Vorlage für einen Film, der in die Reihe mit Umberto Ecos „Der Name der Rose“ (1986), „Titanic“, „Ben Hur“, „Lawrence von Arabien“, „Luther“ (2003) und anderen bedeutenden Produktionen passen müsste.

 

 

Nikolaus Meyer

 

   Wer den erbitterten Gegner der autokratischen Medici, der lasterhaften Geistlichkeit, der Schwulen und Huren, den Mann, der überall nur noch Sodom und Gomorrha sah, der seine Feinde solange herausforderte, bis seine Asche im Arno verschwand, nicht kannte, bisher von ihm nichts wusste, ist am Schluss über Savonarola umfassend informiert. Autor Nikolaus Meyer fasst das Wirken des fanatischen Bußpredigers lyrisch zusammen. Gedichte schreiben ist auch eine Spezialität Meyers.

   Der Dominikaner Girolamo Maria Francesco Matteo Savonarola erregte Aufsehen mit seiner sich verschärfenden Fundamentalkritik an der Kirche, er war in der Republik Florenz von 1494 bis 1498 die geistliche Stütze nach dem Sturz der mediceischen Tyrannis. Trotz eines Predigtverbots, das Papst Alexander VI gegen ihn erließ, geißelte Savonarola doch von den Kanzeln die Missstände in der Kirche.

   Der Autor schreibt unter anderem, dass der Mönch Kinder und Jugendliche begeistern konnte, alles was ihm zuwider war, Schmuck, angeblich ketzerische Bücher, Kosmetik, bunte Mode, Spiegel, Spielkarten, erotische und seiner Meinung auch pornografische Darstellungen zu zerstören, zu verbrennen. Das ging so weit, das die Leute vor den Kindern und Jugendlichen Angst bekamen, wie den Zeilen den Buches zu entnehmen ist.

   Meyer malt mit seinen Worten, in denen viel Mitreißendes, Gewaltsames drinsteckt, korrekte Bilder vom Leben und Treiben in der Renaissance, von der Angst vorm vermeintlich bevorstehenden Untergang der Welt, von den Zuständen im Vatikan, von der Leichtgläubigkeit der Massen, der einfachen Leute, von einem charismatischen Girolamo Savonarola, der schließlich beseitigt wird.

 

Nikolaus Meyer

   * 1942 in Trier - Berufssoldat, Galerist, Journalist, Autor zahlreicher geschichtlicher Berichte - Autor zahlreicher Berichte über Kunst - Mit seinem 2006 erschienen Buch „Höhepunkte der Speyerer Stadtgeschichte in Versen, Texten und Bildern“ sorgte Meyer hinsichtlich der wissenschaftlich fundierten Kombination von Prosa und Lyrik für beachtliche Aufmerksamkeit. Meyer wohnt mit seiner Frau in Speyer. - bb

   Tipp: Girolamo Savonarola – Nikolaus Meyer – BoD www.bod.de – ISBN: 9783754340592 – Preis: 8,99 € - E-Book: 3,49 € - im Buchhandel und in Book-Shops erhältlich.

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