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Mehr Anstrengungen hin auf dem Weg zu einer Stoffstromwirtschaft

Speyer. - Im Vorfeld der Werkausschusssitzung am 15. April 2021 fand auf Veranlassung der CDU eine Sitzung zur Überarbeitung des Entwurfs der VII. Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzepts der Stadt statt. Das Konzept wird die Jahre 2021 bis 2025 umfassen.

   Aufgrund der Vorgaben des Landes ist das Konzept ein unübersichtliches, nicht immer gradlinig aufgebautes, über 80seitiges Papier. „Das liest außer den damit befassten Mitgliedern des Werkausschusses kaum jemand“, so der Sprecher der CDU, Hans-Peter Rottmann. Um die Fortschreibung in Speyer publik zu machen und auch zur Umsetzung anzuregen, bedürfe es der Erarbeitung einer griffigen Kurzfassung.

   Auf Vorschlag der CDU sollen die Ziele des Abfallwirtschaftskonzepts schon in der Einleitung hervorgehoben werden: „Der beste Abfall ist der, der erst gar nicht anfällt“, so Rottmann. Daher müsse es Ziel sein, durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwertung und Wiederverwendung das Abfallaufkommen zu verringern. Nötig sei ein Stoffkreislauf, in dem Produkte länger und effizienter genutzt, clever entsorgt und in dem ihre Rohstoffe wiederverwertet werden. Hierzu bedürfe es einer Bewusstseinsbildung breiter Schichten und einer eingehenden Beratung der Bevölkerung im Hinblick auf einen ressourcenschonenden und nachhaltigen Umgang mit Naturgütern. Besonderes Augenmerk gelte dabei den Bildungseinrichtungen, wie Kitas, Schulen und der VHS.

   Daher beantragt die CDU für die kommenden Jahre einen eigenen Komplex Öffentlichkeitsarbeit einzufügen. Zwar wird gerade mit den SWS-Abrechnungen ein neues Abfall-ABC verteilt. Aber auch nach dessen Lektüre ist nicht alles klar: Trenne ich den Aludeckel vom Joghurtbecher ab, oder den Deckel vom Marmeladenglas? Wer weiß, dass schwarze Verpackungen maschinell schwer sortierbar sind? Muss ich bei Wurstverpackungen die dünne Plastikfolie vom Papier abtrennen? Kleinigkeiten, die aber neben den großen Themen wie Müllvermeidung und Mülltrennung vermittelt werden müssen. Hierzu fordert die CDU eine groß angelegte Werbekampagne, kontinuierliche Informationen, z. B. in den SWS-Nachrichten und Wettbewerbe in Kitas, Schulen oder Haushalten zum Thema Abfallvermeidung. Warum nicht quartalsweise eine Familie auswählen und belohnen, die auf besonders originelle Weise sich dem Thema Müllvermeidung widmet?

   Im Hinblick auf die korrekte Mülltrennung wäre es hilfreich, für eine bestimmte Zeit „Street-Müll-Worker“ einzusetzen, die in Schwerpunktgebieten Aufklärungsarbeit leisten. Überdacht werden müsse die Praxis der Mülltrennung in Großwohnanlagen. Während dort fast alles entgegen den Zielen des Abfallwirtschaftskonzepts im Container landet, wird anderswo mühsam vorbildlich getrennt. „Lange kann man diese unterschiedliche Handhabung nicht mehr vermitteln“, so Rottmann.

   Wichtig sei der CDU die Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Informationen über Haltbarkeitsdaten und die Verwertung von Lebensmittelresten (Cooking Day mit Resten, Kochkurse durch die VHS) oder die Weitergabe an Bedürftige müssten verstärkt werden. Entsprechendes gelte auch für Verleihangebote, nicht nur für Autos und Fahrräder, sondern beispielsweise für Werkzeuge oder Sportgeräte.

   Ein weiterer Komplex, der bislang im Abfallwirtschaftskonzept zu kurz kam, ist die Stärkung der Wiederverwendung. Hier fordert die CDU unter dem neuen Punkt 7.5 im Sinne einer Optimierung der Stoffstromwirtschaft bei Bauvorhaben die Nutzung von Recyclingbeton oder von Bauschuttmaterialien zu fördern und vorzuschreiben sowie eine Bauteilebörse zu schaffen. Im städtischen Beschaffungswesen sollten Produkte, die aus Recyclingmaterial hergestellt oder damit verpackt sind, bevorzugt beschafft werden. Schließlich solle bei Sperrmüllsammlungen mehr Wert auf die Verwertung von Gegenständen gelegt werden, statt sie wie bislang, zu zerstören.

   Denkbar sei ein Service für Wohnungsauflösungen. Daher werde der Plan der Schaffung eines Tauschraums am AWH unterstützt. Dort könnten auch Elektrokleingeräte in Zusammenarbeit mit Dritten zur Reparatur angeboten werden. Dies wird aber nicht ohne Mehrpersonal und zusätzlichen Aufwand möglich sein. Der CDU sei dies die Sache aber wert. Im Falle einer Umstellung der Glassammlungen auf Container sollten diese grundsätzlich als Unterflurcontainer ausgestaltet sein. - CDU Speyer

 

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