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Sakul – mit Speyer sehr verbunden. - Bilder © Detlef Oertel

Einblicke in den Einzelhandel

OB Seiler war mit Speyerer Leut‘ wieder unterwegs

Speyer. - Zum zweiten Mal fand ein Abendbummel zu Einzelhändlern in der City statt. Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) zog am vergangenen Dienstag mit fünf kleinen Gruppen interessierter Spey‘rer vom Jakobspilger los. Besucht haben die Bürger mit den Betreuern der Stadtverwaltung Florian Ofer, Diana Hofmann, Eva Wöhlert, Jennifer Braun und Heidi Jester fünf inhabergeführte Geschäfte.

  Die Oberbürgermeisterin betonte bei der Begrüßung vor allem, den örtlichen Einzelhandel zu unterstützen und nicht zu sehr bei Online-Händlern bestellen und nicht „dem Klick erliegen“. Die Kunden „müssen alles dafür tun, dass die ortsansässigen Geschäfte bleiben“, sagte Seiler.

  Besucht wurden die Geschäfte Shaoyun (Kornmarkt), Buchrestaurierung am Dom (Sophie-von-La-Roche-Haus, Maximilianstraße 99), Kaufladen – Speyer unverpackt (Ecke Wormser Straße/Große Greifengasse), das Speyerer Teekontor in der Roßmarktstraße und Sakul – Die junge Marke aus Speyer in der Maximilianstraße. - bb

 

 

Shaoyun - Manufaktur für Naturpflegeprodukte. Basis der Produktion ist die chinesische Medizin. Wenn man in die Räume des Unternehmens kommt, dann duftet es nach feinen Pflegesortimenten für die Haut, fürs Gesicht und den ganzen Körper. Es gibt also unter anderem Seifen, Öle, Shampoo und Wässer für die tägliche Pflege. Und jede Menge Teesorten befinden sich in den Regalen. Etwa 500 Kräuter werden für die Herstellung der Waren verwendet. Daniel Laschkari: „Wir sind stolz, diese Produkte in Speyer herzustellen“. Er merkte an, dass hinsichtlich der Produkte ausschließlich deutsche Unternehmen unterstützt werden und verwies darauf, dass Shaoyun eine internationale Apothekenzulassung hat. Die Chefin und Inhaberin Liang Shaoyun gab ihrem Unternehmen ihren Vornamen. Shaoyun ist eine geschützte Marke.

 

 

 

Buchrestaurierung am Dom - Petra Brickmann hat sich mit ihrem Geschäft Buchresaturierung am Dom ein zweites Standbein geschaffen, denn als Restauratorin hat sie keine Ganztagsstelle. Ihr Ruf in der Fachwelt sorgte mittlerweile für einen großen Kundenkreis, dem Archive, Bibliotheken und private Auftraggeber angehören. Das bisher älteste Buch, das durch ihre Hände restauriert wurde, war ein Wiegendruck aus dem Jahr 1486. Dazu bemerkte sie: „Wenn wir über 500 Jahre alt sind, sehen wir nicht mehr so knackig aus“. Aber nicht nur Bücher sind das Metier von Petra Brickmann, sie verkauft auch selbst hergestellte Produkte aus besonderen Papieren, „schöne Dinge aus Papier“, wie Verpackungen für Weinflaschen. „Wichtig ist, dass man mir beim Arbeiten auch zuschauen kann“, betonte die Meisterin. Der Meisterbrief/Buchbinder-Handwerk hängt für alle Kunden und Besucher sichtbar an der Wand. Unterstützt wird die Unternehmerin von ihrem Mann Peter.

 

 

 

Kaufladen – Speyer unverpackt - Mit der Milchkanne geht keiner ins Geschäft – wie noch zu Omas Zeiten. Es gibt hier keine Milchzapfanlage. Aber man geht herein ohne Plastiktüten. Denn die Parole lautet: Plastik und Müll vermeiden. Die Produkte, die unverpackt angepriesen werden, kann man in mitgebrachte Behältnisse füllen. Was eine Küche begehrt gibt‘s bei Luise Sobetzko und Sophie Etzkorn: Zutaten fürs leckere Backen, Gewürze, Hülsenfrüchte, Kaffee und Tee, Müsli und Flocken, Pasta, Reis und Korn, Nüsse, Saaten, Kerne und und und… Aber auch umweltfreundliche Reinigungsprodukte gehören zum Sortiment. Die beiden Damen bieten zudem eine wichtige Kleinigkeit für den Sex: Kondome. Jeden Mittwoch wird Brot von den Brotpuristen feilgeboten und das neueste Speyerer Bier ist zu haben: Domwiess Frischbier, Fährmann‘s Vesper – Brot trifft Bier‘ (16 % Brotanteil) und Kaiser Konrad Kellerpils von der Black Stork Braumanufaktur. Der Kaffee wird bei ‚Springers‘ im Kornmarkt umweltfreundlich mit einem Lastenfahrrad abgeholt. Luise Sobetzko und Sophie Etzkorn haben ihren Laden im Dezember 2019 eröffnet.

 

 

 

Speyerer Teekontor - Wenn Matthias Münzenberger Tees mischt, dann dauert es nur wenige Sekunden und der ganze Laden duftet nach Himbeere. So geschehen beim Abendbummel. Selbstverständlich breiten sich auch andere Aromen aus, nicht nur Himbeere. Die Mischung macht‘s. Eröffnet hat der Inhaber sein Geschäft 1997 in der Roßmarktstraße. Zum Namen gehört noch der Schriftzug „Teeinsel Sylt“ weil er auf Sylt seine ersten Erfahrungen mit Teehandel und Teeproduktion gesammelt hat. „Wir machen unsere Tees selbst“, war seine erste Information. In Anwesenheit der Besuchergruppen mixte Münzenberger, dem sein Frau assistierte, einen Tee aus mehreren Zutaten: den Johannes Früchtetee, zur Jahreszeit passend. Der schmeckte vorzüglich – die Teilnehmer der Tour bekamen den Tee in Probiertassen gereicht. Mit den Angeboten von Grün-Tee sei das Speyerer Teekontor führend in der Rhein-Neckar-Region, sagte Münzenberger. Abschließende Bemerkung: „Wir haben Corona gut überlebt“.

 

 

 

Sakul - Wenn Lukas Bonn erzählt, dann kommt er ins Schwärmen: er liebt Speyer, er liebt seinen Beruf, er liebt sein Geschäft. Der Dämpfer: Geld vom Staat musste er wegen Einbrüchen durch Corona beantragen. Er bekam 9.000 €. Das reichte für die Miete. Einen Monat waren die Mitarbeiter in Kurzarbeit – wegen der Pandemie, 30 % Umsatzeinbußen wegen Corona, fast 50 % Einbruch bei den Kundenbesuchen aus dem Badischen – wegen der gesperrten Salier-Brücke. Er, der seinen Namen gewendet – Sakul – dem Geschäft gegeben hat, lobt die Maxi: „...eine wunderschöne Einkaufstraße“. Er ist ein Kämpfer für den Einzelhandel für den direkten Kontakt mit den Kunden: „Ich werde Pakete nie online verschicken“. Ein T-Shirt für eins-fünfzig gibt‘s nicht. Er verkauft Markenartikel, die zum Thema Nachhaltigkeit passen, die nicht durch Kinderarbeit in Fernost hergestellt wurden. Die Passion für seinen Job hat er im elterlichen Geschäft mitbekommen. Den jetzigen Laden eröffnete er im September 2019. Sein Beruf mache ihm „immer noch viel Spaß“ - bissel lachen, bissel reden und ein bissel schimpfen mit den Kunden gehört dazu, erklärt der Inhaber frohen Mutes.

 

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