Aktuell

Bild © Speyer-Report

Erster katholischer Seelsorger in Speyer-Nord

Friedhofgeschichte Teil 16

von Bernhard Bumb

Nach dem Tor zum Friedhof des Domkapitels am Turm der Kirche St. Bernhard liegen rechter Hand die Gräber von Domherren. Hier sind Domherren bestattet, die nach der Eröffnung dieses Friedhofs (1954) verstorben sind, und Domherren, die vor der Eröffnung des Friedhofs draußen auf dem Hauptfriedhof beerdigt und dann hier her umgebettet wurden.

  Zu den Domherren, die auf dem Friedhof des Domkapitels ihre letzte Ruhe gefunden haben, gehört Dompropst Karl Hofen. Sein Grab liegt in der vorderen Reihe ganz links. Hofen war der erste katholische Seelsorger des 1934 gegründeten Stadtteils Speyer-Nord. Zeitgleich wurde die erste St.-Konrad-Kirche gebaut, die dem Bau der heutigen Kirche St. Konrad weichen musste – bis in die jüngste Zeit haben ältere „Siedler“ diesem kleinen, dem Siedlungsstil angepassten Kirchlein „nachgeweint“.

  Als Seelsorger war zunächst Dompfarrer Karl Hofen (Amtszeit 1932–1939) mit den Domkaplänen Bruno Thiebes (1933–1936) und Peter Schill (1933–1935) zuständig, die so oft sie konnten und ihre Pflichten bei den 9.500 Seelen der Dompfarrei es zuließen, mit dem Fahrrad nach Speyer-Nord fuhren.

  Als der Domdekan Franz Joseph Gebhardt starb (+ 20. März 1945 in Speyer) ließ man den Sarg mit seinem Leichnam zehn Tage lang in der Friedhofshalle stehen. Aufgrund der Kriegsereignisse und der am 24. März 1945 erfolgten Besetzung der Stadt Speyer durch US-Soldaten war die Beerdigung Gebhardts zunächst nicht möglich. Schließlich konnte Karl Hofen – wie Gebhardt Dompfarrer, Domkapitular und Domdekan – ihn im Gräberfeld für Domherren auf dem Hauptfriedhof zur letzten Ruhe bestatten. - Quelle: Handbuch des Bistums Speyer, 1991, Verlag Bischöfliches Ordinariat Speyer. - Fortsetzung folgt

Zusätzliche Informationen