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Bild © Stadtarchiv Speyer, Bestand 233-1, Reg. Nr. 001726.

Das verschwundene Kriegerdenkmal

Friedhofgeschichte Teil 17

von Bernhard Bumb

Speyerer Zeitung vom 6. November 1872. - Das Denkmal für gefallene Soldaten des Krieges 1870/71 wird der Öffentlichkeit übergeben. Nachmittags um 2 Uhr Aufstellung des Festzuges. Die Lehrer stellen sich im Hof des königlichen Lyceums auf, die übrigen Teilnehmer im Hof des Rathauses.

 

Der Zug von der Innenstadt zum Friedhof:

  Nr. 1 eine 1. Abt. der Feuerwehr – Nr. 2 Feuerwehr-Musik – Nr. 3. Höhere Anstalten (Schullehrerseminar, Gewerbeschule, kgl. Studienanstalt, kgl. Realgymnasium, kgl. Lyceum) – Nr. 4. Liedertafel – Nr. 5. Veteranen-Verein – Nr. 6. Landwehrmänner, Reservisten, Militär – Nr. 7. Schützenmusiker – Nr. 8. Beamte, Offiziere, Geistliche, Lehrer – Nr. 9. Stadtverwaltung – Nr. 10. Sanitäts-Corps und Turnverein – Nr. 11. Cantonal-Hilfs-Verein und das Local-Hilfs-Comité – Nr. 12. Schützenverein – Nr. 13. Festteilnehmende Bürger – Nr. 14. eine 2. Abt. der Feuerwehr.

  Allgemein: Die Teilnehmer erscheinen in festlicher Kleidung, im Zug und auf dem Friedhof sind die angewiesenen Plätze einzunehmen. Vereine mit „umflorten“ Fahnen, beim Vorüberziehen am Denkmal legen die Teilnehmer ihre Kränze vor diesem nieder. Für die Damen des Pfälzischen Frauenvereins und der Freiwilligen Krankenpflege werden Plätze reserviert.

  Das Denkmal ist verschwunden. Wann und warum müsste noch herausgefunden werden.

 

Gefallene Soldaten Dt./Frz. Krieg 1870/1871

  Begraben: Alter Friedhof (Adenauerpark/Domkapitelfriedhof) – Gräber nicht mehr sichtbar. A = Österreich; B = Bayern; BW = Baden-Württemberg; CH = Schweiz; E = Elsass; LK = Landkreis; RB = Regierungsbezirk; VG = Verbandsgemeinde.

  Auf dem Kriegerdenkmal standen gemäß einer Liste im Stadtarchiv nur die Namen der Soldaten und die Namen der Orte ihrer Herkunft. Bei etlichen Ortsnamen müssten nähere Angaben zu den Orten bezüglich ihrer Lage, Region, Landeszugehörigkeit, geklärt werden.

G. Tremmel v. Schneeberg, welches Schneeberg?

Adolf Detterlein v. Hof, welches Hof?

Johann Sprenzel v. Salchenried, Stötten am Auerberg, LK Ostallgäu, RB Schwaben, Bayern

Mathias Empel v. Mayersdorf: welches Mayersdorf?

Joh. Zahn v. Münchberg: LK Hof, RB Oberfranken, Bayern

Math. Fischer v. Vilsbiburg: LK Landshut, RB Niederbayern, Bayern

Johann Morhardt v. Grossostheim (Großostheim): LK Aschaffenburg, RB Unterfranken, Bayern

Johann Schoser v. Trochtelfingen: welches Trochtelfingen?

M. Zinsmeister v. Mörensheim – wohl Mörnsheim: LK Eichstätt, RB Oberbayern, Bayern

Joh. Leopold Komm v. Rathswalde: Isobilnoje (Kaliningrad)? Oder Rathewalde, OT von Hohnstein, LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Sachsen

Karl Adermann v. Rollmitz: Rollwitz?

Karl Hünike v. Halle: welches Halle?

Friedrich Schade v. Vorbein: Loitz, Amt Peenetal/Loitz, LK Vorpommern-Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern

Fried. Freund v. Hörde: Stadt Dortmund

Heinr. Schiechulki (Schischulki?) v. Lappin: Gmina Żukowo? Zur Stadt-und-Land-Gemeinde Żukowo gehören neben der Stadt Żukowo 22 Dörfer (deutsche Namen bis 1945)[2] mit einem Schulzenamt: u. a. Łapino Kartuskie (Lappin)

Karl August Langenau v. Heubolke: ?

Aug. Kosmehl v. Hochbeldsch: ?

Christian Schreiter v. Plauen: LK Vogtlandkreis, Sachsen

Rupert Vogel v. Allingen: LK Fürstenfeldbruck, Oberbayern, Bayern – oder Ailingen: Stadt Friedrichshafen, Bodenseekreis, Baden-Württemberg

Peter Frickel v. Urmitz: VG Weißenthurm, LK Mayen-Koblenz, Rheinland-Pfalz

Julius Gottermayer v. Kurzebrock: Preußen? Marienwerder? Posen? Ostpommerm?

Adonis Bussy v. Barneville (franz. Soldat): Gemeindeverband Cotentin, Kanton Les Pieux, Arrondissement Cherbourg, Département Manche, Region Normandie, Frankreich

Wolf Zollner v. Michelsdorf: welches Michelsdorf - Michelsdorf (Cham)/Bayern?

Emil Gruhn v. Birkendorf: wohl Ühlingen-Birkendorf, LK Waldshut, RB Freiburg, Baden-Württemberg

Georg Seitz v. Ostheim: Es gibt 11 Ostheim, 1 E, 4 B, 1 BW

Heinrich Weber v. Bärenhütte (Gemeinde Ninschweiler): Ninschweiler, vor 1792 Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, Name geändert: Nünschweiler, mit den Wohnplätzen Bärenhütte, Bärenhütterhof, VG Thaleischweiler-Wallhalben, LK Südwestpfalz, Rheinland-Pfalz

Johann Sterfel v. Heimberg: welches Heimberg?, 4 B, 2 CH, 1 A, 1 BW, 1 BW

Casimir Nöel v. Douay (franz. Soldat): wohl Douai, Kanton, Arrondissement Douai, Département Nord, Region Hauts-de-France, Frankreich

Jos. Westermaier v. Habach: LK Weilheim-Schongau, RB Oberbayern, Bayern

Karl Radünz v. Grassee: wohl Grassee, Landgemeinde im ehemaligen Kreis Saatzig in der Provinz Pommern.

Wilh. Sabel v. Friedberg: wohl Friedberg in Bayern

Karl Beck v. Okershofen:

Grg. Risch v. Boschlau: wohl Groß Boschlau, Bezirk Gilgenburg, Ost-Preuß. Cammer Departement, Königreich Preußen

H. Delâtre v. Lesantière d. Ville: gehört zu Lion-sur-Mer (Dep. Calvados, Region Normandie, Frankreich)?

Georg Mietsch v. Mittelhemau (?): Stadt Hemau

Jac. Albert v. Waldaschaff: LK Aschaffenburg, RB Unterfranken, Bayern

Joh. Stock v. Wetzeldorf (?)

Grg. Haertel v. Hamberg – mehrere Hamberg in B, 1 BW, 3 A

Lud. Mercier v. Bouchage – wohl Le Bouchage in F, es gibt 2 in F

Heinr. Wolf v. Satjendorf: Gemeinde Panker, Kreis Plön, Schleswig-Holstein

J. Merensky v. Perlenhaus: ?

Jac. Vetter v. Neuß: Rhein-Kreis Neuss, RB Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen

Ferd. Weymann v. Kuschten: Kreis Meseritz (Süd-Preußen, Posen, Brandenburg, Woiwodschaft Lebus, Polen)

Joh. Laux v. Polsch: wohl Polch ? - VG Maifeld, LK Mayen-Koblenz, Rheinland-Pfalz

Karl Schultz v. Speier (= Speyer)

Jos. Leitmayer v. Halling: ?

Joh. Lehr v. Heiligenstein: welches Heiligenstein? E oder Ortsteil Römerberg-Dudenhofen bei Speyer

Peter Klee v. Hitzweiler: = wohl Hirzweiler, eingemeindet in Illingen (Saar), Saarland

Jakob Weingart v. Niederkirchen – welches: LK Bad Dürkheim, LK Kaiserslautern, Gemeindebezirk St. Wendel im Saarland?

Quelle: Bestand: 006/1826 / Stadtarchiv Speyer. - Fortsetzung folgt.

 

Zusätzliche Informationen