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Kundgebung der Bewegung ‚Pulse of Europe‘ vorm Altpörtel. - Bilder © Bernhard Bumb/Archiv

Europa-Platz in Speyer: Ja!

Kulturausschuss will einen Europa-Platz in Speyer / Werden der Postplatz, der Festplatz oder der St.-Guido-Stiftsplatz umbenannt?

Der Antrag der FDP-Fraktion im Speyerer Stadtrat vom 23. April 2020, eine Örtlichkeit in der Stadt Euopa-Platz zu nennen, kommt an. Michael Wagner, Vorsitzender der CDU Speyer, erinnerte in der Gesprächsrunde, dass der Rat die Benennung einer Örtlichkeit nach Europa schon beschlossen hat. Fast alle Mitglieder des Ausschusses haben in ihrer gestrigen Sitzung jedoch abweichend vom FDP-Antrag andere Örtlichkeiten vorgeschlagen: Festplatz, Postplatz, St.-Guido-Stiftsplatz beispielsweise.

 

Bernd Rückwardt (l.), Ratsherr Frank R. Hoffmann (CDU).

 

  Im FDP-Antrag ist vom kleineren Platz zwischen Altpörtel und Schneidwaren Preuss die Rede, weil der Liberale Dr. Bernd Rückwardt hier mit Gleichgesinnten in der jüngsten Vergangenheit die Kundgebungen von ‚Pulse of Europe‘ in Speyer veranstaltet hat. Fast allen Ausschussmitgliedern erscheint dieser Platz dem Geist Europas nicht angemessen: zu klein.

 

Pulse of Europe Speyer zieht über die Maximilianstraße.

 

  Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU), Vorsitzende des Ausschusses, sagte: Man stelle sich vor, unsere Gästeführer sagen zu den Besuchern, Sie stehen hier auf dem Europa-Platz, da würden die sich wundern über die paar Quadratmeter, dass die diesen Namen tragen. Der Bürgermeisterin erscheint dieser Vorschlag dem Geist Europas „unwürdig“.

  Gaby Heimfahrth (Grüne) könne sich „sehr gut“ mit der Umbenennung des Postplatzes „anfreunden“. Helmut Stickel (Grün): Am Altpörtel „zu klein“. Johannes Doerr (CDU): Platz am Altpörtel „zu klein für den Begriff Europa“, Vorschlag: Festplatz. Henri Frank (SPD): der Platz am Altpörtel ist dem Begriff Europa „nicht angemessen“, Maria Franz (SWG): Platz beim Altpörtel „zu klein“, die Benennung des Festplatzes als Europa-Platz finde sie „schon interessant“. Eine Umbenennung des Postplatzes oder des St.-Guido-Stiftsplatzes in Europa-Platz findet der Vertreter der FDP, Bruno Brommer, „sehr schön“, wenn‘s der Platz beim Altpörtel nicht sein soll.

  Festgestellt wurde, dass beim Postplatz nur sehr wenige Anwohner und Geschäfte ihre Adressen ändern müssten, am St.-Guido-Stiftsplatz schon mehr, zwischen Altpörtel und Preuss gar niemand und beim Festplatz stellt sich diese Frage erst gar nicht.

  Sabrina Albers (Die Linke) gab zu verstehen, dass sie prinzipiell nicht gegen einen Europa-Platz sei, aber aufgrund der politischen Schwierigkeiten zwischen den EU-Staaten dagegen. Albers regte an, bei Straßen- und Platzbenennungen mehr Widerstandskämpfer, Opfer des Dritten Reiches und mehr Frauen zu berücksichtigen. Kabs: „Europa ist ein Frauenname!“

  Kabs brachte noch einen Vorschlag ein: Einen Platz bei der Umgestaltung des Pionier-Quartiers nach Europa benennen. Wagner stellte fest, dass der Festplatz als Europa-Platz gut zum Kaiserdom passe, der von europäischer Bedeutung ist. Michail Gorbatschow habe im Dom gesagt: Hier bin ich in der Mitte Europas, merkte der CDU-Chef an. - bb

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