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Freuen sich über die neue Informationsmöglichkeit am jüdischen Friedhof: v. l. Landaus Bürgermeister Dr. Maximilian Ingenthron, Eberhard Dittus, Vertreter der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz, Elisabeth Morawietz vom Verein für Volksbildung und Jugendpflege und Dr. Wolfgang Pauly von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz. © Stadt Landau

Die Erinnerung wachhalten: Neue Informations- und Hinweistafel auf dem jüdischen Friedhof in Landau

Umgeben von Flächen des städtischen Hauptfriedhofs liegt der jüdische Friedhof in Landau, der in den 1840er Jahren auf Initiative des damaligen Rabbiners Elias Grünebaum angelegt wurde und auf dem Menschen jüdischen Glaubens bis zum Jahr 1990 bestattet wurden. An einer neuen Informations- und Hinweistafel können Interessierte jetzt auf Deutsch, Englisch, Französisch und Hebräisch mehr über die Historie des Friedhofs erfahren.

  „Der jüdische Friedhof ist ein elementarer Teil unserer Stadtgeschichte und ein wichtiger Baustein einer lebendigen Erinnerungskultur. Er ist ein Symbol dafür, wie vielgestaltig die jüdische Gemeinde unserer Stadt gewesen ist und wie sie Landau über Jahrhunderte geprägt hat – ein Zeugnis eines reichen kulturellen Erbes“, betont Bürgermeister Dr. Maximilian Ingenthron.

  „Dieses Wissen gilt es wachzuhalten. Deshalb war ich besonders davon angetan, dass im vergangenen Jahr Schülerinnen und Schüler dreier Landauer Schulen Pflegepatenschaften für Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof übernommen und hier hervorragende Arbeit geleistet haben. Umso mehr habe ich es bedauert, dass bislang kaum Informationen über den jüdischen Friedhof im öffentlichen Raum erhältlich waren. Ein echtes Manko“, so der Bürgermeister weiter.

  Die neue Informations- und Hinweistafel schließe eine Lücke, um an diesem Ort das Gedenken an den großen Teil der Bevölkerung jüdischen Glaubens in der Südpfalzmetropole wachzuhalten. Dem stimmt auch Stadtarchivarin Christine Kohl-Langer zu: „Dieser Ort ist ein Spiegel des jüdischen Lebens in unserer Stadt. Aus dem seit 1847 geführten Belegbuch wissen wir, dass auf dem Areal 826 Landauer Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens beigesetzt sind – darunter der letzte Landauer Rabbiner sowie die Urgroßeltern von Anne Frank.“

  „Die Tafel ist ein Gemeinschaftsprojekt“, fügt Dr. Ingenthron hinzu. „Die Bereitschaft zu unterstützen war sofort von vielen Seiten da.“ Daher sei der Kulturdezernent den beteiligten Institutionen und vor allem den großzügigen Spenderinnen und Spendern zu großem Dank verpflichtet.

  Dazu zählten die Sparkassenstiftung Südliche Weinstraße, aus deren Mitteln Oberbürgermeister Thomas Hirsch einen maßgeblichen finanziellen Beitrag zur Verfügung gestellt habe, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz, der Verein für Volksbildung und Jugendpflege Landau, die Initiative Stolpersteine Landau in der Pfalz sowie Eberhard Dittus, Beauftragter für die jüdischen Friedhöfe der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz, der die Erstellung der Hinweistafel auch privat unterstützt habe.

  Für die Gestaltung der Tafel konnte Klemens Kluge gewonnen werden. „Möge die Tafel den Auftrag erfüllen, der heute so wichtig ist wie nie: Es geht ums Erklären und Aufklären – und im Sinne einer Mahnung darum, zu verhindern, dass jemals wieder Menschen oder ganze Teile der Bevölkerung wegen ihres Glaubens ausgegrenzt, verfolgt und vernichtet werden“, so Dr. Ingenthron. - Presse/Stadt Landau in der Pfalz.

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