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Édouard Sinayobye © Bistum Speyer

Bistum: „Von Gott den Weg der Demut lernen“

Gottesdienst zum Weltmissionssonntag mit Bischof Édouard Sinayobye, dem neuen Bischof der ruandischen Partnerdiözese Cyangugu

Speyer. - Er wurde mit afrikanischen Trommelklängen in der Speyerer Kathedrale begrüßt: Édouard Sinayobye, der neue Bischof der Diözese Cyangugu in Ruanda, dem Partnerbistum des Bistums Speyer.

   Anlässlich des Weltmissionssonntags zelebrierte er gemeinsam mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Weihbischof Otto Georgens, dem Bischofsvikar des Bistums Speyer für weltkirchliche Aufgaben, den Gottesdienst im Speyerer Dom. Die Tage davor hatte Bischof Sinayobye bereits Gottesdienste in den Gemeinden Erfenbach und Kaiserslautern gefeiert, die mit ihren ruandischen Partnergemeinden seit vielen Jahren eng verbunden sind.

   „Gott kommt dem Menschen zu Hilfe, er heilt und rettet ihn“, sagte Bischof Sinayobye in der Predigt zum Evangelium vom blinden Bettler Bartimäus. Das physische Leiden sei in der Perspektive des Glaubens ein Leiden an „geistlicher Blindheit“. Als Symptome nannte Sinayobye: „nicht mehr die Schuld im eigenen Leben sehen, nicht mehr in der Beichte seine Schuld bekennen, aufgehen in den Geschäften der Welt, nicht mehr beten oder zu wenig beten, Gott den Zugang zum persönlichen Leben verwehren“. Gott höre den Schrei des Armen.

  „Möchten wir, dass Gott seinen Blick auf uns richtet?“, fragte Sinayobye. „Dann müssen wir klein werden vor ihm, den Weg der Demut lernen.“ Die Welt schätze die Demut nicht. Gott allein lehre diese Weisheit. „Nur so kann Gott uns anschauen, unser Gebet erhören.“ Gott garantiere, dass er den Schrei der Armen jederzeit erhört. Er lasse sich finden von denen, die ihn mit lauterem Herzen suchen. „Er ist da bei den Kranken, den Verzweifelten, den jungen Menschen, um ihnen den Weg zum Glück zu zeigen. Seine Anwesenheit schenkt er den Familien, den Geschiedenen. Er will Aufnahme finden bei denen, die den Glauben verloren haben.“

   Die gegenwärtige Welt sei ein „Waisenkind Gottes“, so Sinayobye. „Sie braucht die Zärtlichkeit Gottes, seine Barmherzigkeit.“ Heilung baue auf Vertrauen auf. „Damit Gott in unserem Leben wirkt, braucht es das gläubige Vertrauen daran, dass Gott in unserem Leben wirken kann, Gott Gott sein lassen in unserem Leben.“ Sinayobye sprach auch von den „dunklen Momenten“ im Leben, in denen „wir die Dinge nicht so sehen, wie Gott sie sieht“. Das seien Situationen, in denen „uns die Gegenwart Gottes verborgen bleibt, in denen wir denken, dass die Welt gesteuert wird durch die Klugheit des Menschen, seine Intelligenz.“ Bischof Sinayobye ermutigte die Gläubigen dazu, Gott um das Geschenk des Sehens zu bitten und in der Schule Jesu zu lernen, nach seinem Beispiel zu leben.

   Der Weltmissionssonntag ist die größte Solidaritätsaktion der Katholikinnen und Katholiken weltweit. Mehr als 100 päpstliche Missionswerke sammeln an diesem Tag auf allen Kontinenten für die soziale und pastorale Arbeit der Kirche in den 1100 ärmsten Bistümern der Welt. Papst Pius XI. hat den Sonntag der Weltmission 1926 eingeführt. Im selben Jahr wurde er auch erstmals in Deutschland begangen. - Presse/Bistum Speyer

   Weitere Informationen zum Weltmissionssonntag: www.missio-hilft.de

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