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Dieser Baum auf dem Speyerer Weihnachtsmarkt wurde von Schülern der Schule Im Erlich geschmückt. © Bernhard Bumb

Vater tötet Tochter

Advent '22 / Der andere Adventskalender hat 28 Türchen (8)

Die heilige Barbara von Nikomedien gehört zu den 14 Nothelfern, sie ist die Patronin der Sterbenden, Helferin gegen Blitz- und Feuersgefahr, Schutzpatronin des Militärs und der Bergleute, sie ist eine der bekanntesten Heiligen der Christen. Anno 306 wurde sie von ihrem Vater Dioscuros enthauptet, weil sie sich zum Christentum bekannte.

   Den Überlieferungen nach soll die Tat in Izmit (Türkei), dem damaligen Nikomedia, geschehen sein, aber auch Baalbek im Libanon, damals Heliopolis, die Region Toscana und die Stadt Rom werden als Orte der Hinrichtung genannt. Erst ab dem Spätmittelalter wird der Kult um die Märtyrerin populär.

 

 

   Die Geschichte: Der Vater hat seine Tochter in einen Turm einsperren lassen, den er eigens für sie errichten ließ, weil er feststellte, dass Barbara sich fürs Christentum interessierte. Dioscuros hasste die Christen. Im Turm allerdings nahm Barbara den christlichen Glauben an, was den Vater in rasende Wut brachte. Schließlich gelang ihr die Flucht, ihr Versteck in einem Felsen wurde aber verraten, Barbara kam auf Geheiß vor einen Richter, der sie zum Tod verurteilte. Aber kein Henker, sondern der Vater griff zum Schwert. Noch während er das Schwert mit Wucht gegen seine Tochter schlug, fuhr ein Blitz vom Himmel und tötete ihn.

   Gemäß der Überlieferung ist Barbara nach dem heutigen Kalender am 4. Dezember getötet, ihre Seele aber auch in den Himmel aufgenommen worden, daher ist der 4. Dezember ihr Namenstag und Gedenktag – genannt Barbaratag.

   Der Legende nach soll Barbara auf dem Weg in das Gefängnis mit ihrem Gewand an einem Zweig hängengeblieben sein. Sie stellte den abgebrochenen Zweig in ein Gefäß mit Wasser, und er blühte genau an dem Tag, an dem sie hingerichtet wurde. Aufgrund dessen, werden nach alter Tradition am 4. 12. Ostbaumzweige geschnitten und in eine Vase gestellt, die als Barbarazweige an Weihnachten blühen (sollen).

   Die Wissenschaft: Barbara war vielleicht einen Märtyrertod gestorben, vielleicht auch durch das Schwert ihres Vaters, aber die Geschichten um sie gehören wohl eher ins Land der Legenden. Das Ökumenische Heiligenlexikon: „...eine historisch eher unwahrscheinliche Figur, dennoch eine der bekanntesten christlichen Heiligen“.

   Quellen: Ökumenisches Heiligenlexikon (Standort: Landesbibliothek Speyer, Bibliothek St. German Speyer), Beiträge in Wikipedia. - bb

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