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Bilder © Pfalz-Report

Buchstabenkunst von Frank-Joachim Grossmann

Nino Nanobashvili: Unglaublich, wie Themen in Grafik und Typographie verwandelt werden

Speyer. - Frank-Joachim Grossmann stellt bis zum 6. März Buchstaben aus. Und zwar in der Städtischen Galerie im Kulturhof Flachsgasse. Es sind besondere Buchstaben. Also Bilder, die Buchstaben zeigen. Buchstaben sind Kunst.

 

Franz Dudenhöffer, Frank-Joachim Grossmann, Matthias Nowack

 

   Was seit Gutenbergs Zeiten bis um 1970 in den Druckereien Standard, die Satz-Technik war, ist schon lange out, ging aber nicht ganz unter. Zwar wird seit rund 50 Jahren am Computer „gesetzt“, ist der Schriftsetzer so gut wie ausgestorben, der Bleisatz, Handsatz fast ausgerottet – ein Rückzugsgebiet ist die Winkeldruckerey im Kulturhof – aber Künstler haben zum Glück was aus den Lettern gemacht, einer dieser Spezies ist Frank-Joachim Grossmann.

 

 

   Aus Handwerk von einst wird Kunst. Und für die Stadt Speyer ist er kreativ geworden. In der Ausstellung werden daher auch Plakate von ihm – zum Beispiel von der Serie „Speyer-Lit“ - präsentiert.

   An den Wänden hängen mehrfarbige Druckgrafiken in der Holz- und Linolschnitt-Technik, ausgeführt auf Bütten- und Japanpapier in kleiner Auflage von Klein- bis Großformat, und Digitaldrucke. Buchstaben, Schriftfolgen und Zahlen sind die bestimmenden Elemente in den Arbeiten. Grossmann bringt Experimentelles und u. a. die Schallplatte - das Phänomen einer Zeit – ins Rampenlicht.

 

Matthias Nowack

 

   Grossmann ist Professor, Designer, Hochschuldozent mit den Fächern Typografie und Computergrafik. Mit Speyer ist er sehr verbunden, seit 40 Jahren – er wohnt in Berghausen. Er hat schon mal in der Domstadt ausgestellt.

   Wegen Erkrankung konnte Dr. Nino Nanobashvili (Zentralinstitut für Kunstgeschichte) ihre Laudatio nicht zum Besten geben, aber Dr. Matthias Nowack, Leiter Fachbereich 3 der Verwaltung (Kultur etc.), hat die Rede vorgelesen. Begrüßt wurden die geladenen Besucher anlässlich der Eröffnung der Ausstellung am vergangenen Freitag vom Leiter der Städtischen Galerie Franz Dudenhöffer.

 

 

   Ein Werk erinnert an Louis Oppenheim, ein deutscher Gebrauchsgrafiker und Künstler: An einer Wand hängt eine Buchstabiertafel, gemäß der ursprünglich in Deutschland buchstabiert wurde, die aber wegen einigen jüdischen Vornamen im Dritten Reich verboten war. Grossmanns Bild zeigt die einst verbotene Buchstabiertafel, für die er die von Oppenheim entwickelnde Schrift „Lo Type“ verwendet hat - (L für Louis, o für Oppenheim).

   Sonntag, 13. Februar, 11 Uhr: Führung mit Frank-Joachim Grossmann, 6. März Finissage mit Buchvorstellung und Gespräch mit der Grafikdesignerin Elke Müller. - Bernhard Bumb

 

Die Ausstellung

   „Frank-Joachim Grossmann“ - bis zum 6. März 2022 - Ausstellung mit 135 Werken – Kulturhof Flachsgasse, Speyer – von Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet (Corona-Maßnahmen!) - Eintritt frei.

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