Aktuell

Speyer am Morgen © Dirk – stock.adobe.com/Verlag Kern GmbH

Korruption, Seilschaften, falsche Freunde, Verarsche

Patricia Hemberger, ehemalige Marktmeisterin der Stadt Speyer, packt aus, schont auch die engste Verwandtschaft nicht

Die Familie, die Verwandtschaft, andere Leute und die Stadtverwaltung Speyer kommen nicht gut weg. Patricia Hemberger hat sich in ihrem Buch „Am Ende bin ich – ICH SELBST“ den Schmerz und jede Menge Enttäuschungen früherer Jahre von der Seele geschrieben. Sie macht öffentlich, wie sie Angehörige, falsche Freunde, die Verwaltung erlebt hat, was sie erleben musste, auch gesundheitlich.

 

Der Speyer-Report wünscht

allen Lesern eine

geruhsame Weihnachtswoche

 

 

  Patricia Hemberger, vielen Spey‘rern als städtische Marktmeisterin namens Patricia Holländer in Erinnerung, ist tatkräftig, kreativ, fleißig, heißt es auf dem Umschlag. Bereits nach den ersten 100 Seiten stellt man fest: sie hat Vieles angepackt, sie ist nach privaten und beruflichen Tiefschlägen immer wieder aufgestanden, sie machte es wie eine Königin: Krone richten – weitergehen. Den ärztlichen Rat, abtreiben zu lassen, befolgt sie nicht.

 

Schausteller Andreas Barth (+), Hexe, Marktmeisterin Patricia Holländer (Hemberger) - Speyerer Herbstmesse 2012 im Zeichen von Helloween - Bild/Bernhard Bumb/Archiv/2012

 

  Enttäuschungen, Krankheit, große Probleme, die einem schon bis zur jähen Verzweiflung bringen oder in den Selbstmord treiben können, grätschten in ihr Leben. Aber sie ließ sich nach ihren Worten zu schließen nie unterkriegen. Sie war ab und zu am Rande der Resignation. Ein Höhepunkt in ihrem Rückblick: ein Polizeieinsatz gegen sie, veranlasst von allerengsten Verwandten.

  Wer ihre Kolleginnen und Kollegen, ihre Vorgesetzten aus jenen Tagen kennt, in der die Autorin in der Verwaltung der Stadt Speyer gearbeitet hat, der weiß, wer in den Zeilen und zwischen den Zeilen gemeint ist. Am ersten Arbeitstag als Marktmeisterin habe ihr Chef, der damalige Fachbereichsleiter, sie zu sich gerufen: „Sie wissen, dass wir Sie hier nicht haben wollen?“ Mit „wir“ meinte er sich und meine Vorgängerin, erklärt die Autorin.

  „...war es mein oberstes Ziel, im Bereich Messe und Märkte diese alten Seilschaften aufzulösen“, schreibt Patricia Hemberger auf Seite 164 mit Bezug zu Lobbyismus und Korruption in der Verwaltung, zu Geschenken und Einladungen an Mitarbeiter. Rückblickend auf ihre Ernennung zur Marktmeisterin ist auf Seite 158 zu lesen: „Was mich erstaunte war, dass unser Oberbürgermeister, den jeder von uns im Geheimen als „Bauer“ bezeichnete, für mich sprach...“

  Schließlich arbeitete die Autorin für Designer und entwirft eigene Kreationen für Tanzsportvereine. In ihrem Buch erwähnt sie auch Erinnerungen an einen Speyerer Tanzsportverein. Sie stellt die Weichen neu. Mittlerweile ist sie ihr eigener Chef "und will sich nur noch dort einsetzen, wo ihr Respekt und Achtung begegnen", informiert das Buch auf der Rückseite. - Bernhard Bumb

  "Biografie einer zupackenden Frau, die viele Hindernisse überwindet. Ermutigung bei persönlichen und wirtschaftlichen Rückschlägen. Zeitgeschichtliche Einblick in restriktives Familienleben." - Verlag

 

 

  Am Ende bin ich – ICH SELBST   Patricia Hemberger, 219 Seiten, broschiert, Verlag Kern GmbH, Ilmenau, 1. Auflage 2020, ISBN: 978-3-95716-339-4, ISBN E-Book: 978-3-95716-358-5, erhältlich in allen Buchhandlungen, 15,90 €.

Zusätzliche Informationen