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Sarah Lipfert. - Bilder © Bernhard Bumb

Das ‚White Album‘ gefeiert

Zu 50 Jahre ‚Weißes Album‘ hat ‚Speyer.Kultur goes Paradise‘ am vergangenen Freitag in den Paradiesgarten eingeladen. Also genau gesagt, war das Album, ob seines schlichten weiß gestalteten Covers ‚White Album‘ genannt, bereits 2018 Fünfzig geworden. Aber, das machte nix, das Paradies an der Dreifaltigkeitskirche war ausgebucht, es gab absolut keinen Platz mehr. Wohl auch deswegen lauschte ein Beatles-Fan mehr im Gebüsch vorm Eingang liegend den Hits der legendären Band von Ringo Starr, John Lennon, Paul McCartney und George Harrison.

 

 

  Nun, Hering Cerin und Klaus Fresenius machten ein Konzert, das „lustig“ wurde, wie bei der Begrüßung durch Dr. Matthias Nowack, Leiter des Fachbereichs Kultur in der Stadtverwaltung, verkündet. Ja, der Spaßfaktor war bis zum bitteren Ende gegeben, bis es Zeit war, den Nachbarn und rund um die Location wohnenden Menschen die Nachtruhe zu gönnen.

 

 

  Wie es im Programm geschrieben stand, arrangierte die „absolute White Album Dream Band“ (O-Ton Hering) Songs der Pilzköpfe Lennon, McCartney und Harrison „gegen den Strich“. Zu hören waren Variationen, Elemente des Jazz und nicht wenig raus gehauene Sprüche vom Hering, aber deren etwas zu viele. Immer wieder bremste Hering doch noch rechtzeitig: „Ich schweife ab!“ Vier Besucher gingen, eine Bemerkung: „Der quasselt zu viel“. Es trollten sich nacheinander nicht nur die Vier. Gegenstimme einer Besucherin, die nicht genannt werden will: Die Sängerin ist toll!

 

 

  Schließlich hieß es „Party! Party! Fuck Corona! An der Kuhglocke Klaus Fresenius!“ Da tobten die Fans wieder. Es war ja auch nicht irgend ein Klaus, sondern DER Klaus, der Prinz vum Hasepuhl, der mit dem Altpärdl-Bluus. Bei „Revolution“, waren fast alle Leut‘ wieder – zack – 14, 16, 18, 20 Jahre jung…

 

 

Ein Konzert soll kreativ sein, auch wenn etwas gecovert wird

  Petra Steinbacher (Speyer), die ein Ticket fürs Konzert bei einem Gewinnspiel des Speyer-Report gewonnen hat: „Wie ich mitbekommen habe, wurde Herings ‚Gebabbel‘ kontrovers aufgenommen. Manchen war es zu viel, die meisten allerdings – zu denen kann ich mich zählen – haben sich wohl köstlich amüsiert, so jedenfalls mein Eindruck, wenn ich mich umgesehen habe. Auch dass die Band rund um ‚The Master of White Album‘ Klaus Fresenius mal etwas neu interpretiert hat, hat nicht jedem geschmeckt. So kam etwa das ‚I want you‘ leichtfüßig im Santana-Gewand daher. Wie unterschiedlich die Erwartungen an ein Konzert doch sind! Es gibt und gab Komponisten – ich denke da vor allem an Frank Zappa –, die sogar ihre eigenen Kompositionen immer wieder überarbeiten und neu interpretieren. Nichts ist in Stein gemeißelt. Außerdem: Wie armselig wäre das, wenn gestandene Musikerinnen und Musiker etwas einfach nur nachspielen und versuchen würden, dem Original so nah wie möglich zu kommen! Dann könnte ich mir gleich das Original auf CD anhören. Ich finde: Ein Konzert soll kreativ sein, auch wenn etwas gecovert wird. Vielleicht sogar gerade dann. Alles ist ein Spiel. Ich schweife ab...“

 

 

  Bass: Tim Reiser, Gesang: Klaus Fresenius, Hering Cerin am Schlagwerk, Gitarre/Gesang: Christopher Wüst, Moritz Eberhard saß am Piano, Trompete: Christian Ehringer, Gesang: Sarah Lipfert. - bb

 

 

 

 

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