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Hat den Hauptpreis gewonnen: Team der Kirchengemeinden Kallstadt und Erpolzheim. - Bilder © Landeskirche/Klaus Landry

Gemeindebriefe als Kleinode und Kulturschlüssel

In Bad Dürkheim wurde der 19. Hermann-Lübbe-Preis verliehen

Bad Dürkheim (lk). Ohne Namen, aber mit Auszeichnung: Der namenlose Gemeindebrief der Protestantischen Kirchengemeinden Kallstadt und Erpolzheim hat in einer Feierstunde am 8. Oktober den Hermann-Lübbe-Preis erhalten. Der Preis für Gemeindepublizistik in der Evangelischen Kirche der Pfalz wurde zum 19. Mal vom „Evangelischen Kirchenboten“ ausgeschrieben.

 

Der Sonderpreis des Kirchenpräsidenten ging an: Team der Kirchengemeinden Miesau und Gries.

 

  Der Sonderpreis des Kirchenpräsidenten ging an das „Kerchebläädche“ der Protestantischen Kirchengemeinden Miesau und Gries im Dekanat Homburg. Die Preisverleihung fand unter Corona-Auflagen im Martin-Butzer-Haus in Bad Dürkheim statt. Festredner war der elsässische Autor Martin Graff.

  Als „publizistisches Kleinod“ würdigte Kirchenpräsident Christian Schad den Träger des Hauptpreises. Der Gemeindebrief aus Kallstadt und Erpolzheim habe bereits vor elf Jahren den Sonderpreis gewonnen. Die grafische und inhaltliche Weiterentwicklung sei klar erkennbar, die Verbindung lokaler und globaler Themen vorbildlich, urteilte die fünfköpfige Jury aus Journalisten und Vertretern der Landeskirche.

 

Autor und Grenzgänger Martin Graff.

 

  Der Name im westpfälzischen Dialekt sei originell, der Inhalt außergewöhnlich aktuell, urteilten die Juroren zum Sonderpreisträger. Das „Kerchebläädche“ informiert seit 37 Jahren einmal im Monat über das Gemeindeleben vor Ort. Besonders im laufenden Jahr zeige sich die Stärke der monatlichen Erscheinungsweise. Kaum ein anderer Gemeindebrief konnte über die Entwicklungen in der Corona-Krise und die anstehenden Kirchenwahlen so zeitnah berichten, hob Kirchenpräsident Schad hervor.

  Das Krisenjahr beschäftigte auch Festredner und „Grenzgänger“ Martin Graff. Der elsässische Journalist, Buchautor und Pfarrer ist bekannt für seine Rheinpfalz-Glossen als „Gedankenschmuggler“. Er spendete den Preisträgern ein „Bravo für ihre Arbeit“. Lokale Blätter, kirchlich oder nicht, seien von großer Bedeutung. Es gehe um Information über das Geschehen vor Ort, aber auch um einen offenen Blick darüber hinaus.

  Martin Graff wohnt im Münstertal, das von der Pandemie stark getroffen und teilweise abgeriegelt wurde. „Wir haben zu lange unsere gemeinsame europäische Geschichte durch die nationalistische Brille betrachtet“, mahnte der bekennende Europäer. Covid 19 habe diese Tendenz verstärkt. Es gehe aber um das Abbauen von „Kopfgrenzen“. Gegenseitiges Verstehen, Sprachfähigkeit und Sprache und seien dabei „Schlüssel zur Kultur“, ermutigte der Grenzgänger Graff die publizistischen Preisträger.

 

Hintergrund

  Der Lübbe-Preis ist eine Auszeichnung für die Gemeindebriefe der Kirchengemeinden. Er wurde in diesem Jahr zum 19. Mal verliehen und ist nach dem langjährigen Chefredakteur des „Kirchenboten“, Hermann Lübbe, benannt. Zur Jury gehörten in diesem Jahr Chefredakteur Hartmut Metzger und Verlagsleiter Martin Schuck, der ehemalige Synodalpräsident Henri Franck, Privatdozent Frank Jöst sowie der kommissarische Pressesprecher der Landeskirche Andreas Rummel. Der Preis fördert Redaktionsteams, deren Gemeindebriefe sich in Inhalt und Gestaltung hervorheben. Der Hauptpreis ist mit 600 Euro dotiert, der Sonderpreis mit 400 Euro. - Presse/lk

  Mehr zum Thema: www.evangelischer-kirchenbote.de und www.martin-graff.eu

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