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Bistum Speyer startet „Arbeitsschutz mit System“

Speyer. - In den Kirchen in Deutschland ereignen sich jedes Jahr rund 5.000 Arbeitsunfälle. In rund 130 Fällen sind die Verletzungen so gravierend, dass die Erwerbsfähigkeit der Mitarbeitenden dauerhaft eingeschränkt ist oder sogar ganz verloren geht. Das Bistum Speyer ist entschlossen, gegen diese Entwicklung anzugehen, und hat daher gemeinsam mit der Verwaltungsberufsgenossenschaft das Projekt „Arbeitsschutz mit System“ (AMS) gestartet. Einer der ersten Schritte war ein zweitägiges Seminar für die Führungskräfte des Bischöflichen Ordinariats zu den Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. „Wir setzen damit ein starkes Zeichen, dass wir Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu unserer Sache machen“, erklärte Generalvikar Andreas Sturm zum Auftakt der Veranstaltung im Geistlichen Zentrum Maria Rosenberg.

Joachim Papst und Georg Krämer von der Verwaltungsberufsgenossenschaft sowie Stefanie Mohr, die Leiterin des Referats Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Bischöflichen Ordinariat, schärften die Aufmerksamkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Gefährdungen im beruflichen Alltag und vermitteln den Führungskräften methodisches Know-How, um die Risiken zu minimieren. Dazu wurden Gefährdungsfaktoren identifiziert und der technische, organisatorische und personenbezogene Handlungsbedarf ermittelt und beurteilt. Eine wichtige Rolle spielten dabei das Arbeiten am Bildschirm sowie Maßnahmen für Erste Hilfe und zum Brandschutz. „Auch psychische Belastungen kommen in den vergangenen Jahren in der beruflichen Praxis gehäuft vor“, machten die Referenten deutlich. Sie können zu Motivationsverlust, Aggression, Rückzug oder Krankheit führen. Eine Klärung der Arbeitsaufgabe und der Arbeitsorganisation sind vielfach ein Schlüssel, um die Überforderung entgegenzuwirken. „Arbeitssicherheit ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Wir werden die 100 Prozent nie erreichen, können uns diesem Ziel aber immer mehr annähern“, plädierte das Referententeam für realistische Erwartungen und eine effiziente Herangehensweise. Ihre Empfehlungen zielten darauf, eine Präventionskultur im Bistum Speyer zu fördern. „Dazu müssen Führungskräfte selbst Vorbilder sein und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt unterstützen“, betonten die Experten der Berufsgenossenschaft.

Das Bistum Speyer hat für die Förderung der Arbeitssicherheit einen Lenkungskreis und ein Projektteam installiert. In einem ersten Schritt sollen jetzt geeignete Maßnahmen entwickelt und im Bischöflichen Ordinariat und seinen Außenstellen erprobt werden. Anschließend wird das Arbeitsschutzmanagement auch in den Pfarreien und in den Kindertagesstätten des Bistums Anwendung finden. -Bistum Speyer-

Weitere Informationen: https://www.bistum-speyer.de/bistum/aufbau-und-organisation/verwaltung/zentralstelle/kanzlei/arbeitssicherheitgesundheitsschutz/

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