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Neuer Tisch mit Stühlen laden ein: Steffen Egle (r.) und das Team des mpk. - © H. Diedrichs gen. Thormann/mpk

mpk sucht unter neuer Führung den Dialog mit dem Publikum

Direktor Steffen Egle ins Amt eingeführt

Kaiserslautern. - Der seit dem 1. Mai amtierende Direktor des Museums Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk), Steffen Egle, macht den Dialog mit dem Publikum zur Grundlage der künftigen Ausrichtung des Hauses.

 

Theo Wieder, Steffen Egle © Bezirksverband Pfalz

 

   „Ich werbe für die Idee, dass das Museum – neben seiner Rolle als kulturellem Gedächtnis – auch als ein Bilderspeicher zu begreifen ist, der nach vielen Richtungen hin offen ist“, sagte Egle in seiner Rede bei seiner Amtseinführung.

   „Es kann sinnlichen Zugang ebenso ermöglichen wie einen gesellschaftspolitischen. Ich werbe dafür, dass das Museum ein lebendiger Ort ist, der zur Gestaltung von Gesellschaft beiträgt,“ merkt Egle an.

   Der 46-jährige Kunsthistoriker plant einen breiten Publikumsdialog über die kommenden Monate. Dessen Ergebnisse würden dann in die strategische und programmatische Weiterentwicklung des Hauses einfließen, über die Egle im Herbst dieses Jahres ausführlich berichten will. Als Ort für den Austausch mit dem Publikum hat er eine „mpk:Gesprächswerkstatt“ eröffnet, die sich im Foyer des ersten Obergeschosses des Hauses befindet.

   „Das Kunstwerk offenlassen“ – in diesem Wort von Thomas Bernhard liegt für Egle der „Schlüssel zu einem Kunstverständnis und einem damit verbundenen Öffnungsprozess“, den das mpk künftig gehen wolle. Dadurch werde ein Perspektivwechsel möglich, der andere Sichtweisen und Geschichten zulasse. Dazu gehörten Wunschzettel für Besucherinnen und Besucher sowie Interessenten, offene Gesprächsformate oder Einladungen an Gruppen in der Stadt und der Region.

   Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder bestärkte den neuen mpk-Direktor: „Seien Sie mutig, neue Blickwinkel einzunehmen und neue Wege zu gehen.“ Der Bezirksverband Pfalz wünsche sich eine noch tiefere Verankerung des Museums in der Stadt und in der Region. „Der Träger will, dass das mpk das Kunstmuseum in der Pfalz und für die Pfalz ist.“ Es soll sein Niveau erhalten und seine Beziehungen in die Region ausbauen.

   Als „guter Netzwerker“ sei Egle hervorragend geeignet, die Schätze des Hauses einem vielfältigen Publikum zu erschließen und den Kontakt zur Stadt, den übrigen Kultureinrichtungen des Bezirksverbands Pfalz und zu weiteren Institutionen zu intensivieren. Gleichzeitig sei es wichtig, „die erreichte überregionale und internationale Sammlungs- und Ausstellungsausrichtung“ weiterzuführen.

   Neben dem Dialog nannte Egle weitere Schwerpunkte für die kommenden Jahre im mpk. Dazu zähle die Provenienzforschung, um Klarheit zu erhalten, welche Kunstwerke womöglich durch Zwangsenteignung während des Nationalsozialismus in Besitz kamen.

   Wichtig sei für ihn zudem die Digitalisierung der Sammlungen des mpk sowie die Intensivierung von Marketing und Werbung, um Menschen über die unterschiedlichsten Kanäle zu erreichen. - Regina Reiser

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