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Crowdfunding-Aktion „Bäume für Speyer“

Stadtwerke organisieren Waldführungen

Förster Volker Westermann ist nicht der Meinung, dass die Welt untergeht. Nicht zu übersehen ist allerdings, dass der Wald unter dem Klimawandel leidet. Wie, das zeigte er bei einer Führung für Wald-Interessierte auf.

   Diese hatten die Stadtwerke (SWS) und die Stadt Speyer bei „Bäume für Speyer“, einer Aktion auf der Crowdfunding-Plattform Speyer Crowd, durch großzügige Spenden unterstützt und begaben sich nun bei zwei Terminen auf die „Expedition Zukunftswald“.

   „Wir haben es in der Hand, etwas zu ändern“, sagt Westermann. Seinen Rucksack mit Informationsmaterial hat er geschnürt, um die Interessierten zielgerichtet zu markanten Stellen im Wald zu führen, an denen die Veränderungen der klimatischen Verhältnisse deutlich zu sehen sind.

   Das Erste, was die Teilnehmer sehen, ist sattes Grün. Das, so ist Westermanns Worten zu entnehmen, ist erst einmal Fassade. „Die trockenen Jahre zwischen 2018 du 2020 haben die Problematik in unserem Wald deutlich gemacht“, betont er. Zwar sei der Dudenhofener Gemeindewald, in dem die Gruppen unterwegs sind, relativ gut aufgestellt, doch habe dieser ebenfalls deutlich gelitten. „Wir haben weit über 1.000 Hektar Baumbestand verloren in den Trockenjahren“, lässt Westermann wissen.

   Im Besonderen die Kiefer leidet, erfahren die Familien und Einzelpersonen. Nicht die Trockenheit sei es, die die Kiefer quält, ergänzt Westermann, was die Teilnehmenden aufhören lässt: „Aber die Schadorganismen wachsen infolge dessen so stark, dass sich das auf großer Fläche ausmachen lässt.“ Der extreme Mistelbefall setzt der Baumart zu, Pilze rauben ihr die Vitalität.

   Eine Menge Schadholz sieht die Gruppe im Wald an der Wegesnähe. „Das Holz liegen zu lassen hat mehrere Gründe“, setzt Westermann an. Der wichtigste: „Das Holz ist wie ein Schwamm und hat demnach die Fähigkeit, Wasser zu speichern.“ Das wiederum wirke sich positiv auf den Wald aus. Schwer machen es die eiszeitlichen Dünen, für die Dudenhofen bekannt ist, den Bäumen, mit ihren Wurzeln ans Grundwasser zu kommen. Nährstoffarm und trocken – so umreißt Westermann den Charakter der Sanddünen, auf denen sich das Grüppchen bewegt.

   Was der Wald leisten muss, führt er den Wald-Interessierten deutlich vor Augen. Sie haben ihr Quantum zur Verbesserung des Klimas in Speyer beigetragen. Westermann beruhigt trotz der bedenklichen Entwicklung: „Die Lage ist dramatisch, aber nicht hoffnungslos.“ Die nächste Waldgeneration stehe in den Startlöchern. Die allerdings, das hebt Westermann hervor, wird nicht nur aus heimischen Arten bestehen. Auf das Klima reagieren müssen die Förster, auch um die Artenvielfalt und die Wirtschaftlichkeit zu sichern.

   Hintergründe zur Crowdfunding-Aktion „Bäume für Speyer“: Zahlreiche Bürger haben dafür gesorgt, dass das Klima in der Stadt nachhaltig verbessert werden kann. Sie beteiligten sich an der Aktion „Bäume für Speyer“, einem Crowdfunding-Projekt, das gemeinsam von den Stadtwerken und der Stadt Speyer initiiert wurde. Von den eingenommenen 10.532 Euro konnten 30 Bäume angeschafft werden, die alle in der Erde sind – in diversen Kitas und Schulen in der Domstadt.

   Übermitteln konnten die Unterstützer ihre Geldbeträge über die Online-Plattform Speyer Crowd. Die Geldgebenden selbst hatten die Chance auf besondere Prämien, die bereits vor längerer Zeit verteilt wurden. Die Prämien „Waldführungen“ konnten aufgrund der Pandemie erst jetzt eingelöst werden.

   Interessierte aus Speyer und dem Netzgebiet der SWS (Römerberg, Otterstadt, Dudenhofen und Harthausen) können gemeinnützige kulturelle, sportliche oder soziale Projekte jederzeit auf der Speyer Crowd starten: www.speyer-crowd.de. - Sonja Daum

   Anmerkung/Speyer-Report: Die Gender-Formulierungen wurden gelöscht.

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