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Andreas Sturm © Bistum Speyer

Statement vom Generalvikar Andreas Sturm, Bistum Speyer, zum Verbot homosexuelle Personen segnen zu dürfen

Während wir gestern im Priesterrat tagten, erreichte mich die Stellungnahme der Glaubenskongregation zur Segnung von homosexuellen Paaren. Ich bin immer noch schockiert und fassungslos. Nach einer Nacht und der gerade stattgefundenen Feier der hl. Messe bin ich aber fest davon überzeugt, dass ich meine Fassungslosigkeit nicht für mich behalten darf. Ich will nicht länger schweigen.

   Natürlich ist mir klar, was jetzt wieder alles passiert: unzählige Mails und Briefe ich bekomme in denen mir aufrechte Katholiken sagen werden, dass ich in die Hölle kommen werde, endlich gehen soll usw.

   Aber wenn man immer schweigt und seine Enttäuschung, Frustration und Fassungslosigkeit immer nur still runter schluckt, verrät man dann nicht irgendwann seine eigenen Überzeugungen? Kommt dann nicht irgendwann der Tag an dem man sich selbst nicht mehr erkennt?

Das will und kann ich nicht!

   Ich habe im Jahr 2000 im Anschluss an mein Studium in Mainz eine Ausbildung in klinischer Seelsorge in New York gemacht. Das Krankenhaus hatte ein großes Aids-Hospiz. Ich habe dort so viele schwule Paare erlebt, die in Liebe und Treue durch eine richtig harte Zeit gemeinsam gegangen sind - füreinander da waren. Ich habe auch danach immer wieder schwule und lesbische Paare kennengelernt, die ihr Leben mit allen Höhen und Tiefen gemeinsam gestaltet haben.

   Ich habe Wohnungen, Autos, Fahrstühle, unzählige Rosenkränze usw. gesegnet und soll zwei Menschen nicht segnen können, die sich lieben? Das kann nicht Gottes Wille sein.

   „Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein!“ (Gen 12,2) - So werde ich als Priester auch zukünftig Menschen segnen! - Markus Herr/Presse/Bistum Speyer

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