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Susanne Urban, Stefanie Hahn, Stefanie Seiler, Anna Kischner, Michael Kissel, Nicole Steingaß, Avadislav Avadiev © Bernhard Bumb

Die SchUM-Stätten sind das 50. Welterbe in Deutschland

In den Städten Speyer, Mainz und Worms existierten einst die führenden jüdischen Gemeinden des europäischen Mittelalters: seit um 900 in Mainz, seit um 1070/1084 in Speyer, seit um 960 in Worms. Das Ende dieser jüdischen Epoche verursachte die Judenverfolgung in den Pestjahren 1348/1349. Aus jenen zirka 450 Jahren jüdische Geschichte in Mainz, Worms und Speyer hinterließen die Gemeinden ein besonderes kulturelles Erbe von europäischer Bedeutung, dessen herausragende Zeugnisse nun mit dem Titel Unesco-Welterbe gewürdigt wurden.

 

Stefanie Seiler

 

   Diesbezüglich fand am vergangenen Mittwoch im Speyerer Judenhof ein Festakt statt. Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, Vorsitzende des des Vereins SchUM-Städte e. V., die Staatssekretärin im Ministerium des Innern und für Sport Nicole Steingaß, Werner Schineller, Oberbürgermeister a. D der Stadt Speyer und der Vorsitzende des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz, Avadislav Avadiev, ließen die Geschichte und vor allem die Bedeutung des Judentum am Oberrhein Revue passieren. Avadiev sagte abschließend, man möge miteinander lernen und feiern, Erinnerungen und Versöhnung seien die Pfeiler, auf die man bauen könne, die Welt schaue auf Rheinland-Pfalz.

 

Lömsch Lehmann, Dr. Michael Beutelspacher

 

   Anwesend waren unter den geladenen Besuchern Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst, Generalvikar Andreas Sturm, der Wormser Oberbürgermeister Adolf Kessel, der ehemalige Wormser OB Michael Kissel, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz Anna Kischner, die Landtagsabgeordnete Isabel Mackensen-Geis (SPD), der Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger (CDU), Speyers ehemaliger Oberbürgermeister Hansjörg Eger sowie der Ehrenbürger der Stadt Speyer und frühere Ministerpräsident der Länder Rheinland-Pfalz und Thüringen Prof. Dr. Bernhard Vogel, der Vorsitzende des Verkehrsvereins Speyer Uwe Wöhlert, der Künstler, der das Dach zum Schutz des rund 900 Jahre alten Judenbades geschaffen hat, Wolf Spitzer, die Damen Stefanie Hahn und Dr. Susanne Urban vom Verein SchUM-Städte e. V.

 

Werner Schineller

 

Avadislav Avadiev

 

   Die musikalische Gestaltung oblag Dr. Michael Beutelspacher (Gitarre) und Lömsch Lehmann (Klarinette). Die beiden Musiker spielten zum Auftakt Gasn Nigun, Skocne + Frejlexs, gefolgt von Doina, Tarras Freilach. Zum Finale gab es Tanz Tanz, Yidelekh. Mitglieder des Verkehrsvereins versorgten die Besucher mit Pfälzer Tropfen und Spey‘rer Brezle.

 

Stefanie Seiler, Stefanie Hahn, Nicole Steingaß

 

   Während der Veranstaltung wurde für die Opfer der Flutkatastrophe im Norden von Rheinland-Pfalz eine Gedenkminute eingelegt, zu der sich alle Anwesenden von ihren Plätzen erhoben. Oberbürgermeisterin Seiler erwähnte, dass Speyerer Feuerwehrleute in der stark betroffenen Gemeinde Mayschoß immer noch Hilfe leisten und bat um Spenden. - bb

   Spendenkonto: Verwendungszweck „Nothilfe Mayschoß“ - IBAN DE29 3916 2980 1017 1970 25 – BIC GENODED1WUR

 

 

Zusätzliche Informationen