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Das Bistum Speyer will seine Ausgaben um 30 Millionen € reduzieren

Zahlungsunfähigkeit verhindern

Speyer. - Die Vorbereitung von Entscheidungsgrundlagen stand im Mittelpunkt der dritten Sitzung des Lenkungskreises für den Strategieprozess am 10. Januar. „Gerade in Zeiten der Veränderung ist es wichtig, auf den inneren Kompass zu achten“, betonte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Einführung.

   Die Arbeitsgruppe „Ressourcen“ berichtete, dass aktuell die sogenannten Handlungsfeldprofile entwickelt werden. Es handelt sich dabei um Zusammenstellungen wichtiger Kerninformationen und Zahlen zu den insgesamt 54 Handlungsfeldern des Bistums. „Die Handlungsfeldprofile sollen zusammen mit den Kriterien aus der Vision eine transparente Grundlage für die Entscheidungsfindung liefern“, erläuterte Generalvikar Andreas Sturm.

   Inzwischen wurde von der Arbeitsgruppe „Ressourcen“ das finanzielle Einsparziel des Sparprozesses berechnet. „Unser Ziel ist ein nachhaltiger Bistumshaushalt, in dem die Einnahmen und die Ausgaben in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen“, erklärte Sturm. „Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir unsere Angebote dem Rückgang der Mitgliederzahlen und der Kirchensteuereinnahmen anpassen und unsere jährlichen Ausgaben bis zum Jahr 2030 inflationsbereinigt um 30 Millionen Euro reduzieren.“ Das Bistum könne es sich nicht leisten, den finanziellen Handlungsspielraum auf Dauer zu überschreiten, sonst drohe am Ende die Zahlungsunfähigkeit.

   Für den Lenkungskreis steht die Ausgabenreduzierung in einem engen Zusammenhang mit der Verwirklichung der Bistumsvision. „Die Ausgabenreduzierung ist notwendig, um einen Spielraum für neue kreative Projekte zu schaffen“, so Sturm. Er begreift den Strategieprozess auch als Chance, um Neues entstehen zu lassen sieht. Dabei sieht er vor allem die Diözese in der Pflicht. „Es darf bei der Entwicklung geeigneter Maßnahmen zur Ausgabenreduzierung keine Denkverbote und keine heiligen Kühe geben.“ Stärker als bisher sollen die Mittel nach Qualitätskriterien eingesetzt werden.

   Als mögliche Stolpersteine im Strategieprozess stellte der Lenkungskreis eine gewisse „Prozessmüdigkeit“ im Bistum fest. „Ist uns wirklich allen bewusst, dass die Vision uns auf andere, neue Wege leiten will?“, fragte ein Mitglied des Lenkungskreises kritisch an. Um zu guten Entscheidungen zu kommen, seien Offenheit, ein Verlassen des Tunnelblicks, Sachorientierung sowie der Blick auf das Evangelium und die Vision des Bistums von zentraler Bedeutung. Felix Goldinger, der Leiter der Arbeitsgruppe „Inhalt“, berichtete, dass die Entwicklung von etwas mehr als zehn Kriterien, abgeleitet aus der Bistumsvision, kurz vor dem Abschluss stehe.

   „Zusätzlich zu diesen Kriterien erarbeiten wir auch einen Katalog von Fragen, der bei der Anwendung der Kriterien helfen soll“, so Goldinger. Die Kriterien aus der Vision sind ein Schwerpunkt des nächsten Lenkungskreistreffens am 7. Februar. - Presse/Bistum Speyer

   Weitere Informationen zum Strategieprozess des Bistums: https://segensorte.bistum-speyer.de/strategie/

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