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Bienwald/Großprojekt: Verlängerung beantragt

Einzelprojekte beenden, neu überdenken, nachsteuern

Das Naturschutzgroßprojekt Bienwald bis Ende dieses Jahres abzuschließen, ist nicht mehr realistisch. Daher wurde eine weitere Verlängerung bis 30.06.2021 beantragt. Das war Thema im Ausschuss für Umweltschutz und Landwirtschaft des Landkreises Germersheim am Dienstag, 1. September 2020. Ganz unterschiedliche Gründe haben dazu beigetragen, dass die Frist bis Ende 2020 nicht einzuhalten ist.

  Projektleiter Uwe Meißner führte aus, dass die Corona-Pandemie etliche Arbeiten und Abstimmungsgespräche verzögert hat: „An manchen Stellen haben wir aber auch nicht die umfassenden Erfolge erzielen können, wie wir sie uns gewünscht haben, beispielsweise im Bereich der Eichenpflanzung im Wald.“

  Gleichzeitig betonte Meißner, dass auch neue Erkenntnisse, die im Rahmen der Projektarbeiten gewonnen wurden, in die tatsächlich realisierbaren Maßnahmen einfließen müssten. Dazu gehört u.a. die Frage nach der Wasserrückhaltung im feuchten Bienwald bei gleichzeitig veränderten Feuchteverhältnissen in diesen Bereichen.

  Ein konkretes Beispiel, das, so der Projektleiter, eingebunden in einen größeren Rahmen überprüft werden sollte, ist die im Projekt umzusetzende Gewässeroptimierung hinsichtlich der beabsichtigten Durchgängigkeit und Vernetzung der Fließgewässer im Bereich Bruchbach-Otterbach. Nach einem Gerichtsentscheid, musste die bereits zum Teil baulich umgesetzte, neue Wasserführung zurückgebaut werden. „Kopfzerbrechen bereitet uns dabei vor allem, wie wir die außergewöhnlichen Bachmuschelvorkommen in diesem Bereich retten können, da die Gräben und Bachläufe über die Jahre hinweg immer schneller und länger trockenfallen“, berichtete Meißner. Erst im Laufe der Projektlaufzeit wurde immer klarer, dass das Vorkommen der vom Aussterben bedrohten Bachmuschel hier besonders groß und von überregionaler Bedeutung ist. Mehr Zeit als ursprünglich gedacht, haben darüber hinaus die Flurbereinigungsverfahren in Anspruch genommen.

  „Das Ziel muss sein, dass zum Abschluss des Projektes die Ergebnisse von allen mitgetragen werden, von Nutzern, von Eigentümern und von Pächtern. Daher ist es sinnvoll, wenn eine Verlängerung auch dazu dient, Einzelthemen zu hinterfragen und, wenn erforderlich, anzupassen“, betonen die Landräte Dr. Fritz Brechtel und Dietmar Seefeldt. Beide Landkreise, Germersheim und Südliche Weinstraße, sind Projektträger des Naturschutzgroßprojektes Bienwald. „Das Naturschutzgroßprojekt Bienwald hat für den Erhalt von Lebensräumen und der Artenvielfalt eine besondere Bedeutung. Durch die fachlichen Arbeiten wird diese einmalige Landschaft auch künftig für die Menschen im Einklang mit der Natur erlebbar sein“, so die Landräte.

  Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projektes hoffen nun auf die Verlängerung. Innerhalb dieser Frist kann eine fundierte Evaluierung der Ergebnisse erfolgen und wichtige, bereits laufende Maßnahmen können zu Ende geführt werden. - Astrid Seefeldt

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