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Tendenz: Rathaus abreißen

Was das Rathaus mit den Hochstraßen zu tun hat

Ludwigshafen/Rh. - In der politischen Diskussion zur Zukunft des Rathauses zeichnete sich Anfang September 2020 die Tendenz ab, das Rathaus abzureißen und räumlich leicht versetzt auf dem Areal neu zu bauen. Wirtschaftliches, kundenorientiertes und Ressourcen schonendes Bauen sind dabei von den Fraktionsvorsitzenden genannte Kriterien.

  Durch den Abriss würden große Flächen frei werden. Das Areal des Rathaus-Centers hatte sich die Stadt bereits 2019 gesichert. Vor diesem Hintergrund sieht die Stadt Ludwigshafen Optimierungen von Planung und Bau der Stadtstraße.

  Erste Überlegungen haben ergeben, dass durch vorsichtige Anpassungen, insbesondere einer geringen Verschiebung nach Süden, deutliche Verbesserungen für die Bauabläufe und damit kürzere Bauzeiten und geringere Verkehrsbeeinträchtigungen erzielt werden könnten. Voraussetzung ist jedoch eine Grundsatzentscheidung des Stadtrates am 21. September zur Zukunft des Rathauses. Entscheidungsgrundlage ist eine gutachterliche Variantenuntersuchung

Das Rathaus-Center

Die Hochstraße Nord und das Rathaus-Center sind baulich eng miteinander verknüpft. Teile des Centers liegen direkt unter der Hochstraße Nord. Arbeiten an der Hochstraße Nord haben also direkte Auswirkungen auf das Center. Mit dem Kauf des Centers sicherte sich die Stadt die Planungshoheit über das Areal – auch mit Blick auf das zu entwickelnde Stadtquartier City West. Am 15. April 2019 hatte der Stadtrat mit großer Mehrheit für den Kauf des Rathaus-Centers gestimmt.

  Wie mehrere Gutachten belegten, stellte dies für die Stadt die wirtschaftlichste Lösung dar. Durch den Kauf hat die Stadt Planungshoheit über das gesamte Areal, zudem werden Baustellenplanung und Baustellenlogistik vereinfacht, Zeit und Geld können eingespart werden. Das Rathaus-Center wird zum 31. Dezember 2021 schließen.

Das Rathaus

Um über die Zukunft des stark sanierungsbedürftigen Rathauses entscheiden zu können, hat die Stadtverwaltung mehrere Gutachten beauftragt und vorgelegt. Die Verwaltung selbst beschäftigt sich mit Formen künftigen Arbeitens unter der Überschrift "Rathaus der Zukunft". Ausbau digitaler Angebote und eine nachhaltig kundenorientierte Dienstleistung stehen dabei im Mittelpunkt. Dazu gehört auch, bei der Planung flexible räumliche Nutzungsmöglichkeiten sowie Anforderungen für mobiles Arbeiten der Mitarbeiter*innen zu berücksichtigen.

  Im Herbst 2019 lagen die ersten Gutachten vor. Nach der Untersuchung von verschiedenen Varianten wurden vor allem zwei Varianten näher erörtert: die tatsächliche Sanierung des Turmes, der dann durch ein weiteres Hochhaus und einen Sockelbau ergänzt werden würde, sowie der Abriss des alten Rathausturms und ein Neubau auf dem Center-Areal. Aus wirtschaftlicher Sicht sind die Kosten für beide Varianten annähernd gleich. Einsparungen ergeben sich, da die Kosten für Unterhalt und Miete der vielen dezentralen Büros und Außenstellen entfallen.

  Beide Varianten bieten Platz für rund 1570 Arbeitsplätze, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich Flächen, aber auch den Möglichkeiten für ein effizientes Raumprogramm. Sowohl Sanierung als auch Neubau wären voraussichtlich 2030 fertiggestellt.

  Die Variante, ein neues Rathaus an einem anderen Ort im Stadtgebiet zu bauen, wurde als weniger empfehlenswert bewertet, unter anderem, weil neben den Baukosten auch noch der Preis für den Grunderwerb berücksichtigt werden müsse. Zudem gilt als fraglich, ob geeignete Flächen zur Verfügung stehen.

  Ende 2019 beauftragte der Stadtrat die Stadtverwaltung, eine dritte Variante, nämlich die Sanierung des Rathausturms, untersuchen zu lassen. Die dritte Variante sollte aufzeigen, ob eine Teilzentralisierung vorteilhafter als die zwei Zentralisierungsvarianten ist. Diese Variante sieht eine Sanierung des Rathausturms und den Teilerhalt weiterer Dienstgebäude im Stadtgebiet vor. Die Baukosten werden nur halb so hoch veranschlagt, weil das Bauvorhaben nur halb so groß ausfällt.

  Dem gegenüber stehen allerdings weiterhin die Unterhaltskosten für die bestehenden Gebäude. Damit liegen die Kapitalkosten bei dieser Variante im Vergleich zu den anderen beiden Zentralisierungsvarianten höher. Dies wurde am 25. Mai 2020 von der Firma Drees&Sommer im Stadtrat vorgestellt. Das Ergebnis der ergänzenden Variantenuntersuchung wurde allen Fraktionen zur Diskussion gestellt. - Presse/Ludwigshafen

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