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Zollten gemeinsam Walter Morio anlässlich dessen 100. Geburtstags Respekt: OB Thomas Hirsch (r.) und seine beiden Amtsvorgänger Dr. Christoph Wolff und Hans-Dieter Schlimmer (l.). - Bild © Quelle: Stadt Landau

100. Geburtstag von Landaus Ehrenbürger Walter Morio

OB Hirsch sowie Amtsvorgänger Wolff und Schlimmer gedenken dem Wirken des langjährigen Stadtoberhaupts / Appell: „Geeint durch schwere Zeitengehen“

Nach dem Krieg führte Walter Morio die Stadt Landau in der Pfalz auf den Weg zur Wein- und Gartenstadt, er suchte die Freundschaft mit den in der Stadt stationierten Franzosen und trieb die Erschließung des Stadtviertels Horst voran. Morio, der als Oberbürgermeister 20 Jahre lang die Geschicke der Südpfalzmetropole Landau lenkte, und trug dazu bei, dass die Stadt sich weiter entwickeln konnte.

  Morgen, Sonntag, 1. November, wäre der CDU-Politiker 100 Jahre alt geworden. Im Gedenken an Morios Verdienste für die Stadt Landau besuchte Oberbürgermeister Thomas Hirsch gemeinsam mit seinen Amtsvorgängern Dr. Christof Wolff und Hans-Dieter Schlimmer Morios Grab auf dem Landauer Hauptfriedhof.

  Die Kranzniederlegung nutzten die drei auch für einen Appell zum Zusammenhalt in schweren Zeiten. Von Walter Morio können wir gerade in der aktuellen Situation vieles lernen, sind sich der amtierende OB und seine beiden Vorgänger einig. Er hat unsere Stadt in wirklich schwierigen Zeiten geeint und den Grundstein gelegt für das Landau, das wir heute kennen. Sein Wirken zeigt uns, dass wir mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung vieles bewirken können. Sei es der Wiederaufbau der Stadt und des städtischen Lebens nach dem Zweiten Weltkrieg oder eben jetzt das Durchstehen der Pandemie und ihrer Folgen, betonten Hirsch, Wolff und Schlimmer.

 

Walter Morio

  Rechtsanwalt Walter Morio (1920-2008) wurde im November 1948 erstmals in den Landauer Stadtrat gewählt und agierte dort von 1956 bis 1964 als Fraktionsvorsitzender der CDU. Vom 1. Februar 1964 bis zum 31. Januar 1984 war er Oberbürgermeister der Stadt Landau. Im Jahr1985 wurde Morio zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Er war Träger der Ehrenplakette und des Ehrenrings der Stadt Landau sowie Officier des Palmes Académique – eine französische Ordensauszeichnung für Personen, die sich besonders um die deutsch-französische Freundschaft bemühten.

  „Ut omnes unum sint“ - „Dass alle eins sein sollen“: Das war der Leitspruch, dem Walter Morio folgte. Und mit diesem Motto eines starken Miteinanders in der Stadt konnte Morio vieles erreichen. So wurden in seiner Amtszeit sechs der heute acht Landauer Stadtdörfer eingemeindet, zahlreiche Schulen gebaut und das Stadtviertel Horst für die im Krieg vertriebenen deutschen Flüchtlinge aus dem europäischen Südwesten errichtet.

  „Eine Stadt braucht Atmosphäre, das sind die Menschen, die Feste, das ist aufbereitete Historie, das sind die Erfahrungen einer wechselvollen Vergangenheit“, war der ehemalige Landauer Oberbürgermeister überzeugt und machte die Stadt in der Nachkriegszeit zur Gartenstadt, in der erstmals auch das Fest des Federweißen und der Nikolausmarkt gefeiert wurden.

  Ein gutes Miteinander suchte Morio mit der französischen Besatzungsmacht. Für sein Bemühen um ein gutes Verhältnis mit den in Landau stationierten Soldaten, aber auch um die Partnerschaft mit Ribeauvillé und Hagenau, brachte ihm 1985 den Ehrentitel Officier des Palmes Académique ein. - Stadt Landau in der Pfalz/Presse

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