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Das Gnadenbild im Speyerer Dom am Hochfest Mariä Himmelfahrt 2021 © Bistum Speyer, Foto: Klaus Landry

„Hoffnung und Trost der Glaubenden“

Weihbischof Otto Georgens predigt zum Fest Mariä Himmelfahrt im Dom zu Speyer

Speyer. - Für den Speyerer Dom und das Bistum Speyer ist das Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August ein besonderer Tag, denn dann wird das Patrozinium und Hauptwallfahrtsfest des Speyerer Doms gefeiert. Weihbischof Otto Georgens zelebrierte heute Vormittag gemeinsam mit Vertretern des Domkapitels das Pontifikalamt zum Fest.

   In seiner Predigt verwies der Weihbischof auf die Verbindung zwischen der österlichen Botschaft der Auferstehung und dem Fest Mariä Himmelfahrt. „Was uns Ostern an Verheißung und Hoffnung schenkt, wird an den Marienfesten im Kirchenjahr gleichsam ‚geerdet‘. Mit Maria öffnen sich für uns von Gott her Räume des Lebens und des Glaubens. Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel bringt zum Ausdruck, dass Maria ganz – mit Leib und Seele – bei Gott ist.“

   Mit der Auferstehung Jesu habe Gott dem Menschen eine Zukunft erschlossen, die über den Tod hinausgehe. „Der Raum, den wir als Glaubende im Blick auf Maria betreten können, birgt eine Verheißung für alle. Er ist ein Bild des Trostes und der Hoffnung, dass die Fragmente unseres Lebens von Gott und vor Gott zu einem Ganzen zusammengefügt werden“, so Georgens.

 

Weihbischof Otto Georgens bei der Predigt zum Hochfest Mariä Himmelfahrt 2021 im Dom zu Speyer © Bistum Speyer, Foto: Klaus Landry

 

   In der Geschichte des christlichen Glaubens sei Maria zu einem „Typus“ des Glaubens geworden, zu einem „Bild“, an dem Menschen ihren Glauben „bilden“ konnten. „Ein Bild, das einlädt, Räume des Glaubens zu betreten, Räume der Zuflucht und der Weisheit.“ In ihrem Leben habe Maria das Dunkel der Welt erfahren und ausgehalten, es als Mutter mitgetragen. „Sie wird so zur Hoffnung und zum Trost der Glaubenden. In ihrem Leben leuchtet das Licht der Auferstehung in das Dunkel der Welt. Ihr Leben ist in aller Leiblichkeit und Menschlichkeit in das Licht Gottes eingegangen“, sagte der Weihbischof.

   „An Maria sehen wir, was es heißt: den Himmel, also Gott, und die Erde, also den Menschen, ganz ernst zu nehmen. Am Ende wird sich erfüllen, was uns verheißen ist: Wo ein Mensch – wie Maria – ganz für Gott und mit Gott lebt, gehen wir auf die Vollendung zu, die in der Auferstehung Jesu grundgelegt ist: das Leben in einem neuen Himmel und auf einer neuen Erde.“ Am Ende des Gottesdienstes segnete der Weihbischof die von den Gottesdienstbesuchern mitgebrachten Kräuter- und Blumensträuße.

   Den musikalischen Rahmen des Pontifikalamts bildete die „Missa in illo tempore“ von Claudio Monteverdi mit der Capella Spirensis vocale e instrumentale unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori. Die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub.

 

Maria als Patronin des Doms

   Im Bistum Speyer hat die Verehrung der in den Himmel aufgenommenen Gottesmutter eine alte Tradition. Im Jahr 670 wird in einer Schenkungsurkunde des Merowingerkönigs Hilderich II. zum ersten Mal Maria als Patronin der Diözese genannt. Ebenso hatte schon die Vorgängerkirche des jetzigen salischen Domes das Marienpatrozinium.

   Unter den salischen Herrschern hatte die Marienverehrung am Dom eine hohe Bedeutung. Im Innern der romanischen Kathedrale weisen die Fresken im Mittelschiff und im Kaisersaal, eine von Papst Pius XI. im Jahr 1930 gestiftete Marienfigur im Chorbereich auf das Patrozinium hin.

   Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel wird von der katholischen und der orthodoxen Kirche als Hauptfest unter den Marientagen gefeiert. Erstmals ist es in der armenischen Kirche für die Mitte des fünften Jahrhunderts bezeugt. - Bistum/Speyer

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