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Helmut Engelhardt spielte sein erstes Musikstück auf einer Original Pfaff-Klarinette aus dem Jahr 1850. © Stadt Kaiserslautern

Ein Blick in die Pfaff-Geschichte

Ausstellung in der Pforte eröffnet / Innenminister Ebling überbringt Förderbescheid

Kaiserslautern. - Die ehemalige Pfaff Nähmaschinen AG ist bis heute der größte Arbeitgeber, der jemals in Kaiserslautern ansässig war. Tausende von Menschen haben über Generationen hinweg zum Erfolg des Weltunternehmens beigetragen.

   Zusammen mit dem Stadtmuseum (Theodor-Zink-Museum | Wadgasser Hof) erinnert die Pfaff Areal Entwicklungsgesellschaft nun an die faszinierende Geschichte. Am Freitag, und damit nur wenige Tage vor dem 200. Geburtstag von Georg Michael Pfaff am 1. Februar wurde in neu gestalteten Räumen der ehemaligen Pförtnerloge und des Lohnbüros des Pfaff-Werks im Beisein von Oberbürgermeister Klaus Weichel und Innenminister Michael Ebling eine Ausstellung eröffnet.

   Die Schau zeigt eine Auswahl der spektakulärsten Objekte der privaten Pfaff-Sammlung von Harald Lauer aus Mackenbach, die für die Stadt Kaiserslautern gesichert werden konnte.

   Die Sammlung dokumentiert auf eindrucksvolle Art und Weise nicht nur den Fabrikalltag, sondern auch die zahlreichen sozial-orientierten Leistungen, die das Unternehmen und die Pfaff-Familie für die Belegschaft erbrachten. Zu den Highlights zählen weiterhin Handschriften von Georg Michael Pfaff sowie etwa die älteste Kaufurkunde des Unternehmens. Viele Kuriositäten beherbergt die Sammlung von Pfaff-Werbegeschenken.

   Was viele nicht wissen: Bevor man in die Produktion von Nähmaschinen einstieg, war Pfaff ab 1848 ein Hersteller von Musikinstrumenten. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung der Ausstellung daher stilecht durch ein Stück Pfaff-Geschichte, nämlich auf einer Original Pfaff-Klarinette von 1850, virtuos gespielt von Helmut Engelhardt.

 

Neuer Förderbescheid des Landes

   Innenminister Michael Ebling hatte einen Förderbescheid im Gepäck, durch den das Ministerium die erste Tranche von rund 12 Millionen Euro neuer Fördermittel für die Konversion des ehemaligen Pfaff-Geländes in Kaiserslautern bereitstellen wird. Bislang wurde die Entwicklung der Gewerbebrache hin zu einem attraktiven städtischen Quartier mit rund 20 Millionen Euro unterstützt, sodass nun eine Gesamtförderung in Höhe von rund 32 Millionen Euro in Aussicht steht.

   „Das ehemalige Pfaff-Gelände ist für die Stadt Kaiserslautern ein Entwicklungsgebiet mit riesigem Potenzial und einmaligen Chancen. Die Neugestaltung des Areals in Innenstadtnähe wird dem Wirtschafts- und Wohnstandort Kaiserslautern weitere kraftvolle Impulse geben. Die Stadt treibt die Entwicklung mit einer städtebaulich und ökologisch zukunftsweisenden Planung voran. Das Land unterstützt die Entwicklung des Pfaff-Areals dabei partnerschaftlich und mit voller Überzeugung“, sagte Innenminister Ebling. Kaiserslautern verbinde man inzwischen mit Themen wie KI und Spitzenforschung. Er wünsche sich, dass man diesen „Spirit“ auf dem neuen Areal einfangen könne.

   Oberbürgermeister Weichel bedankte sich bei dem Minister für die erneute Förderung. „Viel komplexere Kampfmittelsondierungen als erwartet und die allgemeine Preisspirale machen uns schwer zu schaffen. Mir ist daher ein Stein vom Herzen gefallen, als wir nach monatelanger Arbeit und Verhandlungen – der Antrag wurde bereits Ende 2021 gestellt – die erneute Förderzusage bekamen“, so das Stadtoberhaupt.

   Mit der neuen Förderung einher gehe laut Weichel ein „Paradigmenwechsel“ im Finanzierungskonstrukt der Revitalisierung des Areals. Die Erlöse aus den Grundstücksverkäufen müssen nun nicht mehr mit den Fördermitteln verrechnet werden und können direkt für die weitere Erschließung genutzt werden.

   Die Mittel stammen aus dem Bund-Länder-Programm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung“. Mit diesem Förderprogramm werden Städte und Gemeinden dabei unterstützt, den wirtschaftlichen und demographischen Wandel positiv zu begleiten.

 

Weitere Informationen

   Die Ausstellung kann zu den Bürozeiten der PEG besichtigt werden. In den Räumen der Pforte wird sie mindestens für zwei Monate zu sehen sein. Wo die Objekte danach präsentiert werden, steht noch nicht fest. Sie sollen auf jeden Fall dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. - Matthias Thomas

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