BUNT GEMISCHT

Große Bühne im ZDF-Zollernhof in Berlin: Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands Georg Fahrenschon (l.) überreichte im Beisein der Speyerer Bürgermeisterin Monika Kabs (Mitte) die Auszeichnung an die jungen Engagierten von "Speyer ohne Rassismus - Speyer mit Courage". - Bild/SKV-

Deutscher Bürgerpreis 2016: Preisträger aus Speyer

Große Bühne für das Ehrenamt in Zeiten großartigen Engagements für die Gesellschaft: Die Initiative „für mich. für uns. für alle.“ verlieh am 13. Dezember im ZDF-Zollernhof in Berlin den Deutschen Bürgerpreis. Die jungen Engagierten von "Speyer ohne Rassismus - Speyer mit Courage" waren im Finale der Kategorie "U21" und erreichten den zweiten Platz. Zur Fortführung ihres Projektes erhielten Sie ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro von Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. Insgesamt bewarben sich mehr als 1.700 Engagierte aus ganz Deutschland um den Deutschen Bürgerpreis 2016 oder wurden vorgeschlagen.

Laudator Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière betonte während der Preisverleihungsgala: "Deutschland ist in der Flüchtlingskrise über sich hinausgewachsen. Das war in ganz großen Teilen der besondere Verdienst der Menschen, die ohne Mühen zu scheuen, geholfen haben. Auch die Integration wird nur im Zusammenspiel aller gesellschaftlichen Kräfte gelingen." Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), fügte hinzu, dass die vielen Menschen, die sich für andere stark machten, ganz gleich ob Deutsche oder Geflüchtete, einen wesentlichen Teil der Lebensqualität unseres Landes ausmachten.

Unter dem Schwerpunktthema „Deutschland 2016 – Integration gemeinsam leben“ hat die Jury – die Partner des Deutschen Bürgerpreises und Experten aus dem Ehrenamtsbereich – in diesem Jahr Personen, Projekte und Initiativen prämiert, deren Engagement den Austausch und das Miteinander fördern. Der Einsatz der Nominierten zeigt beispielhaft, wie man Geflüchtete integrieren und Menschen einbeziehen kann, die sich gesellschaftlich „außen vor“ fühlen.

Portrait des Zweitplatzierten in der Kategorie U21: Speyer ohne Rassismus – Speyer mit Courage / Zivilcourage insbesondere in Schulen fördern

Stadt ohne Rassismus – Stadt mit Courage“ ist ein Projekt des Vereins Aktion Courage e. V. Er hatte schon 1992 das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ins Leben gerufen. Wollen Schulen diesen Titel bekommen, müssen sie Zivilcourage-AGs gründen, die dann Aktionen gegen Rassismus und Diskriminierung veranstalten. 2014 trugen in Speyer drei Schulen diesen Titel. Andere bewarben sich darum. Den Titelträgern war ihr Schulprojekt bald nicht mehr genug.

Ihr Ziel: Speyer zur ersten „Stadt ohne Rassismus – Stadt mit Courage“ in Rheinland-Pfalz zu machen. Sie holten den Jugendstadtrat ins Boot. Dessen Mitglieder setzten sich mit ungeheurem Engagement dafür ein. Sie gründeten eine Projekt-Steuerungsgruppe mit Vertretern aus 22 Schulen, Vereinen und Institutionen und schoben die Projektarbeit an. Die folgenden Aktionen waren beispiellos und vorbildlich zugleich. Nach einer fast zweijährigen Projektphase trägt Speyer seit Oktober 2015 nun den Titel „Stadt ohne Rassismus – Stadt mit Courage“.

Der Titel ist Anerkennung, aber auch Ansporn für die jungen Engagierten. Kontinuierlich arbeiten sie an der Fortsetzung dieses Projekts für Demokratie: Sie veranstalten den „Poetry Slam statt Rassismus“, Spieletage mit Flüchtlingskindern und interkulturelle Abende. Außerdem haben sie eine Dolmetscherdatenbank initiiert, um Kinder und Jugendliche bzw. Familien mit Verständigungsproblemen gezielt zu unterstützen. Sie veranstalten Benefiz-Fußballturniere, deren Einnahmen an das Asylheim gehen. Auf Stadtfesten sind sie mit Infoständen vertreten. Unter dem Motto „Speyer Hand in Hand gegen Rassismus“ veranstalteten sie im Juni eine sehr öffentlichkeitswirksame Menschenkette quer durch die Speyerer Innenstadt. Außerdem unterstützt die Projektgruppe andere Schulen, die sich zu „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ entwickeln wollen. Gemeinsam mit dem Bündnis für Demokratie und Zivilcourage bot sie im März ein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen an. Das soll nun zur festen Einrichtung werden. Und für die Zukunft sind in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendtheater Speyer „Theaterspaziergänge“ mit Flüchtlingen geplant. -Albert Schlarp-