BUNT GEMISCHT

Oliver Hanneder informiert u. a. Doris Ahnen (3. v. r.) über Wohnen im Alter und über die Einrichtung Q+H. - Bild © Petra Steinbacher

Glücklich, wer eine Wohnbaugesellschaft hat“ / Gut wohnen in Stadt und Land / Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen besucht Q+H

Im Fokus: Innenverdichtung im Quartier

„Gut wohnen in Stadt und Land“. Das ist der Aktionsplan des landesweiten Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen Rheinland-Pfalz mit Aktivitäten von Land und Kommunen, von Bau- und Wohnungswirtschaft und Architekten. Mit einem auskömmlichen, planbaren Wohnungsbauprogramm und mit weiterhin verbesserten Förderkonditionen unterbreitet die rheinland-pfälzische Landesregierung Bauherren und Baufrauen, Architekten, Baugemeinschaften und Genossenschaften ein regional angepasstes Angebot, um die Herausforderungen in Stadt und Land anzunehmen.

Bei der vierten Sommerfachreise zum Thema „Demografie und Wohnen“ hat sich Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen an zwei Tagen in verschiedenen Regionen des Landes ein Bild von unterschiedlichen Wohnungsbauaktivitäten vor Ort gemacht.

Es geht darum, wie bezahlbares, alters- und generationengerechtes sowie gemeinschaftliches Wohnen in Städten wie Koblenz, Neuwied, Trier, Neustadt an der Weinstraße und Speyer gesichert und von der Wohnraumförderung des Landes unterstützt werden können. Aber auch genossenschaftlich organisiertes Wohnen in Gemeinschaft ist als Wohnform beliebt und bleibt ein forderndes Thema.

Die Route führte zu insgesamt sieben Orten. Erörtert wurden Fragen der sozialen Wohnraumförderung, der Gestaltung des Wohnumfelds und Förderung von baukultureller Qualität sowie der Innen- und Quartiersentwicklung. Zur Reise eingeladen waren die Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtages in den jeweiligen Landkreisen, Landräte und Landrätinnen, Oberbürgermeister und Oberbürgermeisterinnen, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Beigeordnete, Dezernenten und Dezernentinnen sowie Vertreter der Medien.

Die Sommerfachreise wurde von der Arbeitsgemeinschaft rheinland-pfälzischer Wohnungsunternehmen mit den sie tragenden wohnungswirtschaftlichen Regionalverbänden und der Architektenkammer Rheinland-Pfalz ausgerichtet

Wohnraum durch Nachverdichtung

Das städtische Wohnungsunternehmen GEWO Wohnen GmbH hat mit seinem Projekt „Gemeinschaftlich wohnen – selbstbestimmt leben“ durch den Bau von drei Punkthäusern altersgerechten Wohnraum durch Nachverdichtung in einem gemischten Quartier geschaffen. Die Neubauten mit insgesamt 36 – teils barrierefreien – Wohnungen ermöglichen es älteren Mietern, in kleinere Wohnungen umzuziehen, ohne das Quartier verlassen zu müssen. Zugleich wurden die größeren Wohnungen für Familien mit Kindern frei. Dieser Beitrag zur Stabilisierung des Quartiers wird ermöglicht durch das soziale Förderprogramm der mittelbaren Belegung.

Die Versorgungssicherheit im Quartier gewährleistet das Teilprojekt „am liebsten daheim“: In unmittelbarer Nachbarschaft der drei Punkthäuser betreibt die Tochtergesellschaft GEWO Leben gGmbH das Begegnungs- und Beratungszentrum „Quartiersmensa plus St. Hedwig“ („Q + H“). Hier können Bewohner des Quartiers, ohne eine Betreuungspauschale entrichten zu müssen, Dienstleistungen des ambulanten Pflegedienstes in Anspruch nehmen, der im Gebäude eine Tagespflegeeinrichtung betreibt und eine 24-stündige Rufbereitschaft gewährleistet.

Ein offener Mittagstisch mit Café, Anlaufpunkte für junge Familien, diverse Freizeit- und Ehrenamtsangebote, die Jung und Alt zusammenbringen, sowie eine Mietersprechzeit runden das Angebot in „Q + H“ ab. -Quelle: Flyer Thomas Will Gerold Reker/Architektenkammer Rheinland-Pfalz-

Beim Besuch von Ministerin Ahnen am 5. Juli sagte Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler: „Speyer ist attraktiv und soll so vielfältig bleiben, wie es ist.“ Der freie Markt regle nicht alles, so Seiler, und verwies auf den sozialen Wohnungsbau. Rund 150 neue Wohnungen sollen im Zeitraum 2020/21 mit Wohnbauförderung des Landes in Speyer entstehen. Ministerin Ahnen betonte: „Glücklich, wer eine Wohnbaugesellschaft hat“. Mit Blick auf das Projekt in Speyer sagte die Ministerin: „Echt gut geworden hier.“ Oliver Hanneder, Geschäftsführer GEWO Wohnen GmbH: „Wir leben das Thema Wohnungswirtschaft“. Man beachte stets, dass Wohnen ein Grundrecht ist, so Hanneder. Der Geschäftsführer erklärte Q+H, er verwies auf den Mittagstisch, Hausaufgabenbetreuung, auf das Repair-Café, auf die Initiative K.E.K.S (Eltern-Kind-Betreuung), an Kundenbetreuung und Pflegedienste vor Ort. Der Spielplatz mit natürlicher Verschattung sei „ein Paradebeispiel“.

Hinweis der Redaktion:

Der Speyer-Report erscheint im Juli und August

aktuell montags, mittwochs, freitags.

Ministerin Ahnen konnte mit ihrem Tross in Begleitung von Oliver Hanneder in einem der drei neuen Gebäude in der Eduard-Mörike-Straße, die speziell fürs – barrierefreie – Wohnen im Alter errichtet wurden, eine Wohnung in Augenschein nehmen. Dabei sagte Hanneder unter anderem, dass Rollator-Garagen angedacht seien.

Zu Beginn der Veranstaltung wurde Ministerin Doris Ahnen, ihre Reisegruppe mit Axel Tausendpfund (Direktor des Verbandes der südwestdeutschen Wohnungswirtschaft VdW, Frankfurt/Main) und Thomas Will Gerold Reker (Architektenkammer Rheinland-Pfalz), Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler und Bürgermeisterin Monika Kabs von Bewohnern mit dem Lied „Das ist der Pfälzer Wind“ begrüßt. Für die Kaffeerunde sorgte Meike Öztürk & Team. -bb-