BUNT GEMISCHT

Bilder © Bernhard Bumb

100 Jahre Diakonissen Fachschule für Sozialwesen in Bewegung 1919 – 2019

Kinder haben ein Recht auf Kindheit

Speyer. - Volles Haus: Berufsschüler – angehende Erzieher – samt ihren Lehrkräften, der Schulleitung und ehemaligen Verantwortlichen der Fachschule sind zum Festakt anlässlich hundert Jahre Bestehen der Einrichtung ins Mutterhaus der Diakonissen gekommen. In ihrer Festrede betonte Professorin Renate Zimmer (Universität Osnabrück), dass Kinder ein Recht auf Kindheit haben. Zimmer machte zudem klar: „Kindertagesstätten sind die Grundpfeiler aller Bildungsstätten“. Neben den Eltern seien die Erzieher die bedeutsamsten Menschen für Kinder, sie würden diese für den Weg durch die Schulen, die berufliche Bildung und Gesellschaft vorbereiten.

 Renate Zimmer (r.)

 

  Renate Zimmer verwies aber auch – mit der Anmerkung, sie wolle den angehenden Erziehern nicht die Euphorie nehmen – auf Schwierigkeiten, auf Belastungsfaktoren, die der Beruf mit sich bringe. Es würden immer mehr Erzieher mit Kompetenz gebraucht, mit Medienkompetenz, mit Sozialkompetenz. Es sei erforderlich, hinsichtlich künftiger Stellenbesetzungen, „die Personalressourcen zu stärken“. Zimmer: „Die Kinder sollen sich die Welt zu eigen machen“.

  Der Vortrag stand unter dem Motto „Visionen: Erzieher- und Erzieherinnenausbildung von morgen – Was brauchen Kinder in der Zukunft für ihre Entwicklung?“

Große Lerngemeinde

  Pfarrer Matthias Kreiter hieß Schüler, das Lehrerkollegium und die geladenen Gäste, unter ihnen die Oberin der Diakonissen, Schwester Isabelle Wien, willkommen. Die beiden Schülersprecher Laura Cantali und Cody Wiegand hoben eine der herausragenden Aufgaben der Fachschule hervor: Kinder in die Zukunft begleiten. Pfarrer Dr. Günter Geisthardt blickte auf Stationen der Schule seit ihres Bestehens zurück. Die mit dem Titel „Schule ohne Rassismus“ ausgezeichnete Schule sei „eine große Lerngemeinde“, so der Theologische Vorstand der Diakonissen Speyer. Er wünschte der Schule „ad multos annos – auf viele Jahre noch“.

Isabelle Wien (2. v. l.), neben ihr Günter Geisthardt, Stefanie Seiler, Regina Käseberg

 

  Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler verwies auf die „lange Tradition der Schulstadt Speyer“, was sie sehr stolz mache. Eine der Grundlagen für Erzieher sei es, Kinder zur Schulbildung begleiten, den Kindern Sozialverhalten, Teamgeist, Respekt, Nächstenliebe und Toleranz zu vermitteln.

Gemeinsames Singen

 

  Regine Käseberg, Leiterin der Abteilung Frühkindliche Bildung im Bildungsministerium Rheinland-Pfalz, sagte: „Wir brauchen in Rheinland-Pfalz die besten Erzieher und Erzieherinnen“. Mit Hinweis auf die jubilierende Schule bemerkte Käseberg: „Es ist dort schön, wo die guten Erzieher 'gemacht' werden“. Der Arbeitsmarkt für Erzieher in Deutschland sei eine Wachstumsbranche, die Entwicklung sei exorbitant.

Christliches Fundament

  Dr. Ute Gehrke, Vorsitzende des Fördervereins der Schule: „Es ist wichtig, was hier gelernt wird. Gute Wegbegleiter bedürfen einer guten Ausbildung, einer soliden Ausbildung“. Mit Blick auf diese Schule machte Gehrke deutlich: eine Ausbildung „getragen von einem christlichen Fundament“.

  Dem Festakt ging ein Vortrag von Professorin Zimmer mit dem Titel „Was Sprache bewegt – wie Sprache entsteht“ voraus. Zum Vormittagsprogramm gehörten 12 Workshops. Nach dem Festakt versammelte sich die Schulgemeinschaft im Park am Diakonissen-Mutterhaus zur Aktion - ganz dem Motto 'Schule in Bewegung' - mit dem Riesenfaltschirm, ein Baum wurde gepflanzt und bei diesem Baum eine Zeitkapsel in der Erde versenkt. -bb-