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- Veröffentlicht am Mittwoch, 25. Februar 2026 20:25
Haus & Grund: Chance für ideologiefreien und praxistauglichen Klimaschutz im Gebäudebestand
Eigentümerverband lobt Pläne für neues Gebäudemodernisierungsgesetz und betont, dass damit kein „Weiter so“ für fossile Energien verbunden ist.
Haus & Grund Rheinland-Pfalz begrüßt die angekündigte Abschaffung des Heizungsgesetzes. Der Eigentümerverband sieht darin die Möglichkeit, Klimaschutz im Gebäudesektor neu aufzustellen: verlässlich, sozial ausgewogen und technisch sowie wirtschaftlich realistisch.
Alle durch das Habecksche „Heizungsgesetz“ eingefügten Regelungen (§§ 71a bis 71p GEG) sollen abgeschafft werden. Damit fällt auch die Pflicht zur Verwendung von 65% erneuerbare Energien.
Aus der kommunalen Wärmeplanung sollen sich ab 1. Juli 2026 keine neuen Pflichten für Eigentümerinnen und Eigentümer ergeben. Es soll auch keine Pflicht zum Austausch bestehender Heizungen mehr geben.
Über 90 Prozent aller Wohnungen in Rheinland-Pfalz befinden sich in Privateigentum. Mehr als 70 Prozent der Haus & Grund-Mitglieder sind zudem über 60 Jahre und rund 40 Prozent sogar über 70 Jahre alt.
„Für viele dieser rheinland-pfälzischen Immobilieneigentümer ist die private Immobilie ein zentraler Bestandteil der Altersvorsorge. Mit den geplanten Neuregelungen kann nun jeder für sein Haus und seine persönliche (finanzielle) Situation frei entscheiden, wie er zukünftig heizen will.“ betont der Verbandsdirektorder des Landesverbandes Haus & Grund, Rechtsanwalt Ralf Schönfeld.
Grundsätzlich können damit auch Gas- und Ölheizungen weiter eingebaut werden. Gas war laut Zensus 2022 der von rheinland-pfälzischen Haushalten mit Abstand am häufigsten genutzte Hauptenergieträger zur Beheizung der Wohnung.
Nach Angaben des Statistischen Landesamts in Bad Ems, heizte mehr als die Hälfte der Haushalte mit Gas (54 Prozent; Deutschland: 51 Prozent). Gut ein Viertel der Haushalte beheizte die Wohnräume überwiegend mit Heizöl (26 Prozent; Deutschland: 20 Prozent). Die drei Viertel der Haushalte in Rheinland-Pfalz, die bisher noch mit fossilen Energien heizen, können sich angesichts der steigenden CO2-Kosten und der EU-Vorgaben zur Klimaneutralität im Gebäudebestand jetzt aber nicht zurücklehnen.
In diesem Zusammenhang begrüßt Haus & Grund ausdrücklich die Pflicht für Energieversorger, künftig für einen steigenden Grünanteil in Gas und Öl sorgen zu müssen. Es sei eine der Absurditäten des Heizungsgesetzes, diese Pflicht den Hauseigentümern zu übertragen.
„Die Abschaffung ist kein Rückschritt beim Klimaschutz – im Gegenteil“, sagt der Haus & Grund-Landesvorsitzende Christoph Schöll. „Wenn ideologisch aufgeladene Vorgaben durch klare, erreichbare Ziele und verlässliche Rahmenbedingungen ersetzt werden, kann das dem Klimaschutz im Gebäudebestand einen neuen Schub geben. Jetzt ist jeder einzelne Hauseigentümer als mündiger Bürger selbst in der Verantwortung, um seinen Beitrag zum Klimaschutz im Gebäudebestand zu leisten.“
„Entscheidend für einen erfolgreichen Klimaschutz im Gebäudebestand ist, dass Eigentümerinnen und Eigentümer nun zuverlässig planen können und mit deutlich weniger Bürokratie konfrontiert werden“, so das Fazit aus Sicht von Haus und Grund.
Die Bedeutung der privaten Eigentümer: Ausweislich der Zahlen des Zensus 2022 für RLP befinden sich 91,07 (!) Prozent aller Wohnungen in Rheinland-Pfalz im Privateigentum („normale“ Privatpersonen und WEG-Gemeinschaften), für die Haus & Grund als Interessenvertretung steht. Zudem werden 81,67 Prozent aller Mietwohnungen in Rheinland-Pfalz von privaten Kleinvermietern zur Verfügung gestellt.
Der Landesverband Haus & Grund Rheinland-Pfalz hat zusammen mit den angeschlossenen 36 Ortsvereinen über rund 48.000 (!) Haus- und Grundeigentümer in Rheinland-Pfalz als Mitglieder und ist damit in der Wohnungswirtschaft der mit Abstand größte Vertreter der privaten Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer in Rheinland-Pfalz.
Als Eigentümerschutz-Gemeinschaft nimmt der Verband die Interessen der Immobilieneigentümer und privaten Kleinvermieter in Rheinland-Pfalz wahr. Deutschlandweit zählen rund 945.000 Mitglieder und 840 Ortsvereine zur Eigentümerschutz-Gemeinschaft. - Ralf Schönfeld
