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Uwe Esser. - Bilder © Bernhard Bumb

„Spektrum Konkret“ / Darmstädter Sezession / 20 Positionen

Städtische Galerie im Kulturhof Flachsgasse in Speyer bis zum 3. September 2023

Inzwischen gibt‘s in der Städtischen Galerie im Kulturhof Flachsgasse wieder eine Kunstausstellung, dieses Mal von der bedeutenden Darmstädter Sezession. 17 Künstler, unter diesen drei Gastkünstler, zeigen aktuelle nicht gegenständliche Werke.

 

Siegfried Kreitner.

 

   Die Künstler: Till Augustin, Gloria Brand, Marita Damkröger (Gast), Edgar Diehl (Gast), Barbara Eitel, Uwe Esser, Nikolaus Heyduck, Kurt W. Hofmann, Georg Hüter, Siegfried Kreitner, Caroline Liebl und Nikolaus Schmid-Pfähler, Willes Maeinhardt, Waltraud Munz-Heiliger (Gast), Werner Neuwirth, Vera Röhm, Frank Schylla, Jens Trimpin, Friederike Walter, Matthias Will, Gerd Winter.

 

Till Augustin.

 

   Bürgermeisterin Monika Kabs – Kulturdezernentin – und Kunsthistorikerin Dr. Isa Bickmann (Frankfurt/Main) blickten zurück in die Geschichte der Darmstädter Sezession, die sich als Gegenpol zur v. a. staatlich geförderten, akademischen Kunstrichtszene versteht.

 

Matthias Will.

 

   Hervorgegangen ist diese Vereinigung bildender Künstler aus einem Freundeskreis um den Spätexpressionismus, so Kabs und Bickmann. Gegründet wurde die Sezession 1919, neugegründet 1945. Gegenwärtig gehören der Vereinigung rund 100 Künstler an, viele sind in Berlin zu Hause.

 

Isa Bickmann erläuterte die Ausstellung und zitiert aus ihrer Rede für den Speyer-Report:

   „...Freiheit war der Beweggrund zur Gründung der Sezessionen in München, Wien, Berlin und Darmstadt vor und nach 1900 – Freiheit in dem Sinn, sich nicht formal dem konservativen Geschmack anpassen zu müssen, sondern das Sowohl-als-auch zu tolerieren und sich gegen die „Bevormundung durch den staatlichen Kunstbetrieb“ zur Wehr zu setzen. Eine starke Figuration blieb der Kern der Darmstädter, die als eine der wenigen Sezessionen noch heute aktiv ist.

   „Wir sind das gallische Dorf“ bringt Matthias Will die Rolle der Abstrakten und Konkreten insbesondere beim Medium Skulptur in der heutigen Darmstädter Sezession auf den Punkt. Hier und heute in Speyer behaupten sich die Abstrakten und Konkreten in einer – für die Sezession typischen – Eigeninitiative.

   17 Künstler der Sezession und drei Gäste sehen wir in dieser Ausstellung. Malerei, Zeichnung, Skulptur und Installation in ihrer ganzen Vielfältigkeit – und in diesem Sinne vielleicht anschließend an den Geist der soeben beschriebenen Ausstellungen, mit dem Unterschied, dass heute wesentlich mehr Frauen beteiligt sind.

   Die Malerei wird befragt, auch in ihren Traditionen von Farbfeld, Konkretion und Geste. Licht tritt als wichtiger Protagonist auf. Auch dies verweist auf Bewegungen des 20. Jahrhundert, um zugleich neue Wege einzuschlagen. Die plastische Abstraktion lässt sich hier in der Städt. Galerie in allen Facetten entdecken:

   Konstruktion und Form, Geste, Bewegung, Materialität und Raum (auch in seiner akustischen Funktion) werden sichtbar. Das Nebeneinander des Verschiedenen zeichnet die Darmstädter Sezession aus. Wie der eingangs zitierte Schmoll schrieb, keine Verpflichtung zur Abstraktion, aber eine Wertschätzung“.

   TIPP: Die Ausstellung Darmstädter Sezession: Spektrum Konkret ist von Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Ort: Städtische Galerie/Kuturhof Flachsgasse, Speyer. Letzter Öffnungstag: 3. September 2023. Der Eintritt ist frei. - red

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