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Ver.di-Forderungen spiegeln nicht die wirtschaftliche Realität wider

Der Handelsverband Rheinland-Pfalz bewertet die von ver.di im rheinland-pfälzischen Einzelhandel erhobenen Forderungen als wirtschaftlich nicht darstellbar und warnt eindringlich vor den Folgen für Betriebe und Beschäftigung im Land.

   Die Gewerkschaft fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten einen Mindesterhöhungsbetrag von 225 Euro im Monat für die Beschäftigten. Das entspräche beim Verkäufereckgehalt (G II Endstufe: 3.219 Euro) einer Tarifanhebung von rund 7 Prozent – in den unteren Entgeltgruppen lägen die Steigerungen sogar bei rund 10 Prozent.

   Besonders deutlich wird die Unverhältnismäßigkeit bei den Azubi-Vergütungen. Bei der geforderten Erhöhung um 150 Euro monatlich, würde dies – je nach Ausbildungsjahr – zu Steigerungen von 11,2 bis 13,6 Prozent führen. Viele Betriebe würden das nicht mehr verkraften – mit der Folge eines weiteren Rückgangs der Ausbildungsbereitschaft im Einzelhandel.

   „Ver.di darf bei den Tarifforderungen die Realität nicht aus den Augen verlieren. Überzogene Forderungen führen zu Erwartungshaltungen bei den Arbeitnehmern, die nicht befriedigt werden können. Die wirtschaftliche Lage des rheinland-pfälzischen Einzelhandels ist bereits heute alarmierend. Seit Jahren kämpfen die Unternehmen mit stagnierenden Umsätzen und explodierenden Kosten bei Energie, Wareneinkauf, Logistik und Personal. Besonders der innerstädtische Fachhandel leidet zusätzlich unter sinkenden Passantenfrequenzen, steigenden Mieten und dem unfairen Wettbewerb durch außereuropäische Handelsplattformen.

   Unsere Priorität muss die Zukunftsfähigkeit des Einzelhandels und die Sicherung der Arbeitsplätze in Rheinland-Pfalz sein. Wir appellieren an ver.di, einen tragfähigen Kompromiss zu ermöglichen und die Branche nicht zu überfordern“, so Dr. Thomas Scherer, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Rheinland-Pfalz.

   Der Handelsverband Rheinland-Pfalz vertritt die Interessen von ca. 12.000 Unternehmen mit insgesamt 150.000 Beschäftigten des Handels in Rheinland-Pfalz. - Pressestelle Handelsverband Südwest e. V./Kerstin Stutzkeitz

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