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- Veröffentlicht am Freitag, 10. April 2026 12:23
Alexander Schubert, Bürgermeister und Kulturdezernent der Stadt Speyer, zum Tod von Schauspieler Mario Adorf
Prof. Dr. Alexander Schubert: „Zu den besonders beeindruckenden Begegnungen in meinem Berufsleben zählt die mit Mario Adorf.
Der Schauspieler war 2017 zu einem Talk mit der Moderatorin Bernadette Schoog im Historischen Museum der Pfalz zu Gast. Als ich ihn in Empfang nahm, war er zunächst erstaunlich wortkarg, was mich überraschte, dann sagte er unverblümt: „Ich habe Hunger. Bei meinem vorhergehenden Termin gab es nichts als Gummibärchen.“
Schnell organisierten wir eine Reservierung in einem Lokal auf der Maximilianstraße. Der Weg vom Museum dorthin dauerte fast eine halbe Stunde, weil er so vielen Menschen begegnete, die ein Foto mit ihm wollten. Er nahm sich für alle Zeit. Nach einem guten Essen taute er richtig auf und die anschließende Veranstaltung im Museum war äußerst unterhaltsam und kurzweilig.
Mario Adorf erzählte aus seinem ereignisreichen Leben und sparte auch die frühen Jahre im Kinderheim nicht aus. Am Schluss des Gesprächs war er so sehr in seine Jugendzeit eingetaucht, dass ihm ein Lied einfiel, das er zusammen mit anderen Jugendlichen immer auf einem LKW-Anhänger gesungen hatte, wenn sie unterwegs zu einem Fußballspiel waren.
Selbst etwas verblüfft über diese Erinnerung stellte Mario Adorf hinterher fest: „Das Lied kennt heute keiner mehr und ich habe es zuletzt vor 75 Jahren gesungen“.
